Abdomen
(erstellt am: 17.08.2007 - letzte Änderung:05.02.2008 - aufgerufen: 828 Mal)
Das Abdomen ist der Bauch. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet dort: Schmerbauch, Wanst.

Es gibt im menschlichen Körper drei, wenn man den Kopf mitrechnet, vier Hohlräume: den Brustkorb, die Herzbeutelhöhle und die Bauchhöhle. Letztere ist die größte und enthält die meisten Organe. Diese sind überwiegend mit der Nahrungsaufnahme und –verarbeitung befasst. Sie dienen also hauptsächlich der Energiegewinnung, aber in der Leber werden auch viele Stoffe entgiftet oder für die Ausscheidung über die Nieren vorbereitet.
Nach dem Zerkleinern und Einspeicheln im Mund gelangt die Nahrung über die Speiseröhre in den Magen. Hier wird sie durch die Magensäure von Keimen befreit sowie durchgemischt und weiter zerkleinert. Im anschließenden Zwölffingerdarm werden die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase zugeführt, diese enthalten Fermente, welche Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette spalten. Im acht Meter langen Dünndarm werden durch ähnliche Enzyme die drei Nahrungsbestandteile weiter aufgeschlossen. Danach wird alles Verwendbare über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen und über einen speziellen Kreislauf, die Pfortader, in die Leber transportiert. Diese baut um, ab und auf, sie entgiftet und synthetisiert. Im Dickdarm wird dem Verdauungsbrei Wasser entzogen, den Rest der Nahrung können Bakterien aufschließen. Sie stellen Stoffe her, die für den Menschen notwendig sind, wie zum Beispiel das Vitamin K.

Ein weiteres Organ liegt links oben im Bauch: die Milz. Sie hat mit der Verdauung nicht unmittelbar zu tun, sie ist ein wichtiges Abwehrorgan und für das Aussortieren überalterter roter Blutkörperchen zuständig.

Der gesamte Bauchraum ist von einer glatten, dünnen, spiegelnden, feuchten Haut ausgekleidet, dem Bauchfell oder Peritoneum. Auch die Organe sind von dieser Membran überzogen. Sie produziert eine Flüssigkeit, sodass sich die Bauchorgane frei gegeneinander bewegen können. Das Peritoneum wird für die Bauchfelldialyse benutzt (s. dort).

Die Nieren, die Nebennieren und die großen Adern liegen gut geschützt an der Hinterseite des Bauchraums. Sie gehören, wie auch die Bauchspeicheldrüse, streng genommen nicht zum Abdomen. Das gilt auch für die Harnblase, die Prostata, die Gebärmutter und die Eierstöcke.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)
Silbernagl/ Despopoulos: Physiologie

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