ACE-Hemmer
(erstellt am: 17.07.2007 - letzte Änderung:05.02.2008 - aufgerufen: 934 Mal)
Vorbemerkung: Unsere Nieren haben einen erheblichen Einfluss auf die Blutdruckregulation. Bei zu niedrigem Blutdruck oder bei Kochsalzmangel wird von den Nieren ein blutdrucksteigerndes Hormon produziert: das Renin. Dieser Stoff bewirkt die Bildung von Angiotensin, welches so noch keine Wirkung hat. Es muss erst durch das Enzym ACE („Angiotensin Converting Enzyme“) in eine aktive Form überführt werden. Erst dann wirkt das Angiotensin durch das Zusammenziehen von Adern stark blutdruckerhöhend.

Durch einen ACE-Hemmer wird das Enzym ACE ganz oder teilweise blockiert, sodass Angiotensin nicht entstehen kann. Auf diese Weise wird die blutdruckerhöhende Wirkung aufgehoben.

ACE-Hemmer sind in ihrem Ursprung natürlich vorkommende Stoffe. Man hat den Ersten in den Giftzähnen einer Schlange gefunden, die auf diesem Wege bei ihren Opfertieren einen (zu) niedrigen Blutdruck erzeugt. Durch eine chemische Veränderung der Ursubstanz sind viele ACE-Hemmer mit unterschiedlichen Eigenschaften hergestellt worden. Insbesondere wurde die Wirkdauer verbessert, sodass es jetzt Präparate gibt, die man nur einmal täglich einnehmen muss.

Die blutdrucksenkende Wirkung der ACE-Hemmer ist sehr gut. Sie gehören in der Behandlung des Hochdrucks zu den Medikamenten der ersten Wahl. Bei Schwarzen ist die Wirkung entweder abgeschwächt oder nicht vorhanden, sie benötigen höhere Dosen oder eine Kombination mit einem anderen blutdrucksenkenden Mittel.

Weitere Wirkungen: ACE-Hemmer bessern eine bestehende Herzmuskelschwäche und wirken für Patienten mit verminderter Herzleistung (Herzinsuffizienz) lebensverlängernd. Ebenfalls positiv ist die Gabe dieses Medikamentes bei einem akuten Herzmuskelinfarkt. Eine Nierenschwäche infolge eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) wird günstig beeinflusst. Der Eiweißverlust bei Nierenerkrankungen kann durch ACE-Hemmer verringert werden.

Eine Hauptnebenwirkung ist ein trockener Husten, der bei fast 10 % der Patienten auftritt. Eine seltene Nebenwirkung ist das Auftreten von Ödemen (Schwellungen) im Kopfbereich, die bei Lokalisation im Rachen- oder Kehlkopfbereich lebensbedrohend sein können. Bei Durchblutungsstörungen der Nieren, besonders bei Einnierigkeit wie nach einer Nierentransplantation, kann sich unter ACE-Hemmerbehandlung die Nierenfunktion verschlechtern. Diese normalisiert sich aber nach Absetzen des Medikamentes.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

Lüllmann/ Mohr: Pharmakologie und Toxikologie Silbernagl/ Despopoulos: Physiologie UpToDate

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