Amalgam und kein Ende
(erstellt am: 10.05.2008 - letzte Änderung:10.05.2008 - aufgerufen: 923 Mal)
Seit vielen Jahren versuchen Ärzte und Wissenschaftler herauszufinden, ob Amalgamfüllungen, das heißt das in ihnen enthaltene Quecksilber, schädlich sind und ob eine Entfernung auch kleiner Mengen für Menschen mit unklaren Beschwerden zu einer Besserung führt. (siehe auch den Beitrag Amalgam-Füllungen).

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat 1996 das „Zentrum für Naturheilkundliche Forschung am Klinikum rechts der Isar“ in München beauftragt, eine Amalgamstudie durchzuführen. Die Fragen waren: wie stark schädigt Amalgam den Organismus, welche diagnostischen Möglichkeiten gibt es, wie kann eine Therapie aussehen?
Es wurden 90 „Amalgam-Patienten“ in die Studie eingeschlossen, deren subjektive Beschwerden keiner erkennbaren körperlichen oder seelischen Störung zugeordnet werden konnten. Es wurden drei Gruppen gebildet: bei den Teilnehmern der Gruppe eins wurde das Amalgam entfernt, bei der Gruppe zwei wurde zusätzlich eine Quecksilberausleitung (biologische Entgiftung mit Vitaminen und Spurenelementen) vorgenommen und die Gruppe drei wurde einem speziellen Gesundheitstraining unterzogen.

Ergebnisse nach einem Jahr: Die Beschwerden gingen bei allen Teilnehmern in den drei Gruppen zurück, allerdings in der Gruppe drei nicht so deutlich wie in Gruppe eins und zwei. Nur bei den Patienten der ersten beiden Gruppen mit Entfernung des Amalgam wurde eine Rückgang der Quecksilberkonzentration im Speichel und im Blut gemessen.

Diskussion: Es bleibt also offen, was bei den Teilnehmern an dieser Studie zu einer Besserung geführt hat. Die Entfernung des Quecksilbers war es wohl nicht oder nur zum Teil.
Andererseits zeigen Laborversuche an menschlichen Abwehrzellen, dass diese sich bei Fieber oder bei Einwirkung von Umweltgiften schlechter auf Stresssituationen einstellen können. Auch hier stellt sich die Frage, ob dieser Reagenzglasbefund im „wirklichen Leben“ eine wesentliche Rolle spielt.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)
Quelle: Deutsches Ärzteblatt; Jahrgang 105, Heft 16, 18. April 2008
Journal of Dental Research 87, 349 – 353, 2008

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