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| Anamnese | ||
| (erstellt am: 30.07.2007 - letzte Änderung:04.02.2008 - aufgerufen: 1088 Mal) | ||
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Anamnese ist griechisch und heißt „Erinnerung“. Sie ist die Vorgeschichte eines Patienten, entweder lediglich die Vorgeschichte zu einer aktuellen Erkrankung oder bei schwierigen Fragestellungen, wie in der Psychologie oder Psychotherapie, die Lebensgeschichte. Man kann die Anamnese zeitlich oder thematisch unterteilen. Je nach Spezialisierung werden auch gynäkologische, orthopädische oder Hals-Nasen-Ohren-Vorgeschichten erfragt. Das ist praktisch und zeitsparend und entsprechend der heutigen Gebührenordnung auch erwünscht, aber oft unbefriedigend und wenig ergiebig. Denn eine ausführlich und geduldig erhobene Anamnese führt bei einer großen Zahl von Patienten schon zur Diagnose oder zumindest in die richtige Richtung. Außerdem ist ein ausführliches Gespräch die Basis für eine Vertrauensbildung und nicht zuletzt auch schon Teil einer Therapie. Die schlechteste Form einer Erhebung der Vorgeschichte ist die schriftliche Befragung bereits im Wartezimmer, es sei denn, sie dient als Grundlage für ein weiteres Gespräch. Wichtig ist oft das Gespräch mit den Angehörigen. Dies gilt nicht nur, wenn der oder die Betreffende zu alt oder zu jung ist. Nicht wenige Menschen sind in Gegenwart eines Arztes sehr verschwiegen. Auf der anderen Seite werden bestimmte (intime) Beschwerden in Gegenwart von Familienmitgliedern oder Partnern nicht zur Sprache gebracht. Sehr aufschlussreich können Daten und Fakten aus der Berufs- oder der Familienanamnese sein. Es gibt Erkrankungen, die in bestimmten Berufen gehäuft auftreten, wie Lungenerkrankungen bei Bergleuten. Viele Krankheiten kommen in Familien öfters vor, zum Beispiel Asthma, Allergien oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Oft ergibt sich, besonders bei Verdacht auf Infektionskrankheiten, aus der Frage nach Urlaubsorten oder Auslandsaufenthalten der entscheidende Hinweis auf den Ursprung der Beschwerden. Es ist geradezu ein Kunstfehler, bei hohem Fieber nicht an eine solche Möglichkeit zu denken. Die ausführlichsten Vorgeschichten werden von den Psychologen und den Psychiatern erhoben. Der normale deutsche Arzt hat etwa fünf Minuten Zeit für das Gespräch mit einem Patienten. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Gunther Warnecke, Hamburg | ||
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