| Fehler im Beitrag? Beitrag aktualisieren? | ||
| | ||
| Angiotensin | ||
| (erstellt am: 29.07.2007 - letzte Änderung:05.02.2008 - aufgerufen: 1122 Mal) | ||
|
Angiotensinrezeptorantagonisten: Sie heißen auch Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten. Ein recht schwieriges Wort für ein blutdrucksenkendes Medikament mit einem schwierigen Wirkmechanismus. Wenn die Niere „merkt“, dass der Blutdruck wegen eines Flüssigkeitsverlustes (starke Blutung, anhaltender Durchfall, großflächige Verbrennung), wegen eines Kochsalzmangels oder wegen einer Herzschwäche zu stark absinkt, ergreift sie Gegenmaßnahmen. Sie produziert in speziellen Zellen „Renin“. Dieses Hormon bewirkt die Bereitstellung von Angiotensin (s. a. unter Aldosteron), welches den Blutdruck durch Zusammenziehen der Schlagadern kräftig anhebt. Vorher jedoch muss es aktiviert werden. Das wiederum kann das Enzym ACE (Angiotensin Converting Enzyme). Hier greifen die blutdrucksenkenden ACE-Hemmer an (siehe dort). Wie viele andere Wirksubstanzen wirkt auch das aktivierte Angiotensin, indem es an der Oberfläche einer Körperzelle „andockt“. Es bindet sich dort an ein bestimmtes Empfänger-Eiweiß, den Rezeptor. Dieser Vorgang ist für die Muskelzellen der Schlagaderwand das Signal, sich zusammenzuziehen, damit steigt der Blutdruck. 1996 wurde ein Stoff entwickelt, der diese Rezeptoren blockiert, sodass das Angiotensin hier nicht mehr andocken kann. Damit hatte man eine neue blutdrucksenkende Substanz, einen Angiotensinrezeptorantagonisten. Seitdem wurden viele ähnliche Stoffe mit gleichem Wirkmechanismus entwickelt, die aber zum Beispiel eine längere Wirkdauer haben. Die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei den ACE-Hemmern (s. d.), aber weniger stark ausgeprägt: also trockener Husten, Kopfschmerzen, Schwindel, Ödeme. Auch bei dieser Stoffgruppe muss man, wie bei den ACE-Hemmern, besonders bei bestehender Nierenschwäche mit hohen Kaliumwerten rechnen. Die „positiven“ Nebenwirkungen ähneln denen der ACE-Hemmer: Eine Herzmuskelschwäche bessert sich unabhängig von der Blutdrucksenkung, eine Nierenschädigung durch einen Diabetes mellitus Typ II mit Eiweißverlust wird im Verlauf verlangsamt. Eine Eiweißausscheidung bei anderen Nierenerkrankungen kann sich ebenfalls bessern. Die Wirkungsweise der Angiotensinrezeptorantagonisten ist der der ACE-Hemmer sehr ähnlich. Sie werden häufig als Ersatz für diese benutzt, weil sie weniger Nebenwirkungen haben. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Silbernagl/ Despopoulos: Physiologie Lüllmann/ Mohr: Pharmakologie und Toxikologie | ||
Nephro-Glossar Copyright © 2009 Dialyse im Alstertal | ||
| per Email versenden | ||
