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| Arteriosklerose | ||
| (erstellt am: 31.07.2007 - letzte Änderung:05.02.2008 - aufgerufen: 67124 Mal) | ||
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Arteriosklerose im Vorstadium und Risikofaktoren 2007/2008 wurde und wird, finanziert von der Heinz Nixdorf Stiftung, im Ruhrgebiet eine Studie durchgeführt, die die bekannten Risikofaktoren für die Entstehung einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) mit den schon vorhandenen Gefäßveränderungen vergleicht, die aber noch keine Durchblutungsstörungen verursacht haben. Die üblichen Risikofaktoren sind: Fettstoffwechselstörungen, Rauchen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und hoher Blutdruck. Dazu kommen Eigenschaften des Lebensstils wie: Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum, Umweltbedingungen wie zum Beispiel Wohnort, sozialer Status und das Alter. Diese Faktoren begünstigen die Entwicklung einer Versteifung und Verengung der Gefäße, also Gefäßverkalkung und Bildung von Entzündungsherden mit Fetteinlagerung in der Innenwand. Beginnend sind solche Veränderung schon im Kindesalter nachweisbar. Die Folgen sind eine akute oder chronische Mangeldurchblutung von Organen. Akut: Schlaganfall, Herzmuskelinfarkt. Chronisch: Koronare Herzerkrankung mit Angina Pectoris (Engegefühl in der Brust, Herzschmerzen, Luftnot) und Durchblutungsstörungen der Beine mit Zeichen der Schaufensterkrankheit (Stehenbleiben wegen Beinschmerzen). Ob ein Mensch mit einer solchen Erkrankung rechnen muss, kann man an der Zahl und Ausprägung der o.g. Risikofaktoren ablesen. In dieser Arbeit soll jetzt untersucht werden, ob der Nachweis bereits vorhandener noch nicht krankmachender Gefäßveränderungen besser geeignet ist, das Risiko abzuschätzen. Die Untersuchungsmethoden sind: Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern, vergleichende Blutdruckmessung an Armen und Beinen, Elektronenstrahlschichtuntersuchung der Herzadern (Koronargefäße), um Kalkablagerungen aufzuspüren und EKG in Ruhe. In der Studie wurden 4.814 Personen aus den Städten Bochum, Essen und Mülheim/ Ruhr untersucht und befragt. Das Alter lag zwischen 45 und 75 Jahren, Altersmittelwert war bei Männern 59,5 Jahre und bei Frauen 59,6 Jahre. Die Zahl der Männer und Frauen war fast gleich. Ergebnisse der Studie: Bei den Männern fand sich ein Hochdruck in 46,3% und bei den Frauen in 30,8%. Ein Diabetes (Zuckerkrankheit) war bei 9,3% der Männer bekannt und bei 6,3% der Frauen. Es rauchten 26 % der Männer und 21,3% der Frauen, das Cholesterin lag zu hoch bei 50,5% der Männer und bei 49,5% der Frauen. Beindurchblutung: Bei jedem 20. Teilnehmer ließen sich Zeichen einer Durchblutungsstörung der Beine nachweisen, bei den Männern doppelt so häufig wie bei Frauen und sehr stark altersabhängig. Die Zahl der Menschen mit Durchblutungsstörung der Beine ist erheblich höher in der Gruppe mit Veränderungen an den Herzschlagadern (Koronarien). Das heißt: Wenn man weiß, dass jemand eine Mangeldurchblutung der Beine hat oder bekommt, ist das Risiko, dass er in den nächsten 5 Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleidet, ca. 30% Halsschlagadern: Herde in der Innenschicht der Halsschlagadern konnten die Untersucher bei 43,2% der Männer und bei 30,7% der Frauen finden. Herzschlagadern: Kalk in den Herzschlagadern hatten 82,3% der Männer und 55,2% der Frauen, dabei lag das Ausmaß der Verkalkung bei den Frauen niedriger. Es wurde ebenfalls der Zusammenhang zwischen sozialem Status und dem Ausmaß der Kalkeinlagerung in den Herzschlagadern (Koronarien) untersucht. Mit sinkendem Einkommen nimmt die Verkalkung zu. Menschen, die in der Nähe (näher als 100 Meter) einer Autobahn oder Bundesstraße mit einer Fahrzeugdichte zwischen 10.000 und 130.000 pro Tag wohnen, haben häufiger Veränderungen der Herzschlagadern als Menschen, die weiter entfernt wohnen. Die Ursache ist wahrscheinlich die stärkere Exposition gegenüber Feinstäuben, aber auch die höhere Lärmbelastung in der Nähe viel befahrener Straßen spielt eine Rolle. Zusammenfassung: Dass die bisher bekannten Risikofaktoren (s.o.) einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) haben, hat sich bestätigt. Nicht neu, aber deutlicher erkennbar, ist der Einfluss von Umweltfaktoren (Lärm- und Feinstaubbelastung am Wohnort und am Arbeitsplatz), von Einkommensverhältnissen und von so genannten psychosozialen Faktoren (weniger gesunder Lebensstil bei niedrigem Einkommen). Die Studie zeigt, dass bei Untersuchung der hauptsächlich betroffenen Gefäße krankhafte Veränderungen häufiger zu finden sind als man nach Kenntnis der Risikofaktoren erwarten würde. Ob allerdings die Kenntnis der Gefäßveränderungen eine bessere Voraussage über zukünftige Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall) erlaubt, muss der weitere Verlauf dieser Studie zeigen. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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Quelle: Nixdorf Recall Studie (Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Zeichen subklinischer Atherosklerose), Deutsches Ärzteblatt, Jahrgang 105, Heft 1-2, 7. Januar 2008 UpToDate | ||
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