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| Bakterien | ||
| (erstellt am: 10.02.2007 - letzte Änderung:08.02.2008 - aufgerufen: 1032 Mal) | ||
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Sie sind die kleinsten, die häufigsten (400 000 bis 4 000 000 Arten) und ältesten Organismen, (3,5 Milliarden Jahre). Sie sind auf der Erde am weitesten verbreitet und haben jeden Lebensraum besiedelt. Wir können sie mit bloßem Auge nicht sehen, sie sind nur wenige tausendstel Millimeter groß. Mit dem Begriff Bakterien oder Bazillen verbinden wir normalerweise negative Vorstellungen Wir denken an eigene schmerzhafte und unangenehme, eventuell sogar lebensbedrohende Krankheiten. Man denkt an Pest- oder Choleraepidemien, die Millionen von Menschen dahingerafft haben oder ganz einfach nur an verdorbene Lebensmittel. Wir vergessen, dass wir im Müll, in Ausscheidungen und in Kadavern ersticken würden, wenn nicht diese Kleinstlebewesen den ganzen Abfall aufarbeiten würden. Unsere Kläranlagen würden nicht funktionieren und Biogas würde nicht aus organischen Abfällen produziert. Joghurt und Käse würden nicht aus Milch entstehen. Ohne die Colibakterien in unserem Darm hätten wir nicht das für die Gerinnung wichtige Vitamin K. Viele zum Leben notwendige Stoffe wie Eisen, Schwefel, Kohlenstoff, Stickstoff würden uns nicht zur Verfügung stehen. Selbst etwa die Hälfte aller Antibiotika wird von Bodenbakterien hergestellt. In einem Satz: Ohne Bakterien hätte sich Leben auf der Erde nicht entwickelt, ohne Bakterien gäbe es auch heute kein Leben. Bakterien vermehren sich durch Teilung. Stünde genügend Nahrung zur Verfügung, würden aus einem Erreger in 24 Stunden 1000 Tonnen Bakterien entstehen. Eine Anpassung an neue Lebensbedingungen geschieht durch Veränderung der Erbeigenschaften infolge Mutation. Auf unseren Schleimhäuten, auf unserer Haut und im Darm leben mehr Bakterien als Menschen bisher auf der Erde gelebt haben. Die meisten sind harmlose Mitbewohner. Manche sind nützlich, zum Beispiel die Bakterien in der Scheidenschleimhaut, die Säure herstellen und dadurch eine Besiedlung mit Pilzen und krank machenden Erregern verhindern. Vor einer Invasion sind wir durch die Haut- und Schleimhautbarriere und unser hervorragendes Immunsystem geschützt. Wenn wir schlecht ernährt oder durch Krankheit geschwächt sind und wenn wir uns durch Überforderung krank machen (zum Beispiel Leistungssport), können diese harmlosen Erreger schwere Infektionen verursachen. Allerdings kann nur eine kleine Zahl von Bakterien krank machen. Sie dringen über normale Öffnungen oder über Verletzungen der Haut und Schleimhäute in den Körper ein, breiten sich im Gewebe aus und verursachen dadurch eine Funktionsminderung des befallenen Organs, wie zum Beispiel Behinderung des Gasaustausches bei einer Lungenentzündung. Zusätzlich sind etliche Erreger in der Lage, Gifte zu produzieren. Bei einer Lebensmittelvergiftung wird Botulinustoxin in den Körper abgegeben, ein Gramm reicht aus, um eine Million Menschen zu töten. Darminfektionen mit Cholerabakterien verursachen durch ein Toxin (Bakteriengift) schwere, lebensbedrohliche Durchfälle. Harmlosere Gifte rufen nur Kopfschmerzen und Fieber hervor. Inzwischen haben wir gute Waffen gegen diese Bedrohung: die Antibiotika, seitdem A. Fleming 1928 durch einen Zufall das Penicillin entdeckt hat. Bis dahin hatten die Menschen nur ihr allerdings sehr effektives Immunsystem, um sich zu schützen. Unter den schlechten sozialen und hygienischen Bedingungen des 19. Jahrhunderts waren Infektionen die häufigste Todesursache, zum Beispiel Tuberkulose, Cholera und Kinderkrankheiten. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Quelle: Mandell, Douglas, Bennett: Infectious Diseases | ||
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