Blutdruck
(erstellt am: 01.02.2007 - letzte Änderung:06.02.2008 - aufgerufen: 1706 Mal)
Mit Blutdruck bezeichnet man den physikalisch gemessenen Druck in den Schlagadern (Arterien) von Menschen oder auch von Tieren. Der Druck wird erzeugt durch die Wandspannung und den Durchmesser der mit Muskel- und elastischen Fasern ausgestatteten Arterien, die gepumpte Blutmenge des Herzens und die in den Adern befindliche Flüssigkeitsmenge.

In der Auswurfphase des Herzens, Systole, steigt der Blutdruck auf ein Maximum (systolischer Druck) und fällt in der Füllungsphase des Herzens, Diastole, auf den niedrigsten Wert, den diastolischen Druck.

Eine präzise Messung ist nur möglich über einen in die Schlagader geschobenen Katheter, zum Beispiel auf Intensivstationen. Im Alltag hat sich eine Messung mit einer aufblasbaren Stoffmanschette am Oberarm oder am Handgelenk als ausreichend genau erwiesen. Die Werte für den oberen, systolischen, Druck liegen zwischen 100 und 140, die für den unteren, den diastolischen, zwischen 60 und 90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Alle dauerhaft darüber liegenden Werte gelten als Hochdruck und sind behandlungsbedürftig. Das gilt für alle Lebensalter.

Der Hochdruck ist neben dem Rauchen, dem Bewegungsmangel, dem Diabetes mellitus und den Fettstoffwechselstörungen der häufigste und potenteste Risikofaktor für die Entstehung einer Arteriosklerose, einer Gefäßverkalkung.

Der Druck im sogenannten kleinen Kreislauf, in den Gefäßen der Lunge zwischen der rechten Herzkammer und dem linken Vorhof, wo das Blut das Kohlendioxid abgeben und neuen Sauerstoff aufnehmen kann, liegt bei ca. 15 mmHg. Auch hier kann es eine krankhafte Druckerhöhung mit fatalen Folgen geben. Der Druck in den Körpervenen ist niedrig und abhängig von der Region, oben niedrig, unten höher. Er wird routinemäßig nicht gemessen.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)
Quelle: Silbernagl, Lang: Pathophysiologie, Silbernagl, Despopoulos: Physiologie

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