Chronisch
(erstellt am: 22.01.2007 - letzte Änderung:13.02.2008 - aufgerufen: 587 Mal)
Das Wort kommt aus dem Griechischen: chronos bedeutet: Die Zeit, chronikos heißt auch: lang. In der Medizin meint man mit dieser Bezeichnung eine Krankheit, die sich langsam oder schleichend entwickelt und/ oder lange dauert.
Krankheiten werden eingeteilt nach ihrer Ursache, nach ihrem Erscheinungsbild und nach ihrem zeitlichen Verlauf.

In der Nierenheilkunde gibt es Entzündungen der Nieren, die zeitlich sehr unterschiedlich verlaufen und entsprechend auch eine sehr unterschiedliche Symptomatik haben. Beispiel: Eine akute Pyelonephritis = eine Nierenbeckenentzündung tritt innerhalb von Stunden auf. Sie geht einher mit Schüttelfrost, Fieber, heftigen Schmerzen im Bereich der Niere und eventuell beim Wasserlassen, Appetitlosigkeit und schlechtem Allgemeinbefinden. Unter der üblichen Therapie mit Antibiotika kommt es innerhalb einiger Tage zu einer Besserung, es schließt sich aber bei so gravierenden Erkrankungen noch eine ein bis zwei Wochen dauernde Erholungsphase an.

Eine chronische Pyelonephritis kann zwei unterschiedliche Verlaufsformen zeigen. Sie kann aus einer Aneinanderreihung akuter Verläufe bestehen, dann spricht man von einer chronisch rezidivierenden (immer wiederkehrenden) Form. Oder aber der Verlauf ist still, schleichend mit wenigen Symptomen oder ganz ohne Beschwerden. Bei dieser Form treten erst Zeichen der Erkrankung auf, wenn die Nieren so geschädigt sind, dass eine Niereninsuffizienz vorliegt.

Eine ähnliche Einteilung gilt auch für viele andere Erkrankungen, insbesondere auch für die so genannten Autoimmunkrankheiten, die fast immer einen chronischen Verlauf haben, der durch akute Schübe unterbrochen wird. Auch eine neurologische Krankheit wie die multiple Sklerose, die MS, hat einen langsam fortschreitenden chronischen Verlauf sowie eine ebenfalls chronische, aber in Schüben auftretende Variante.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

Quelle: Silbernagl, Lang: Pathophysiologie
Der Brockhaus Multimedial

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