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| Diabetes mellitus | ||
| (erstellt am: 22.01.2007 - letzte Änderung:12.01.2008 - aufgerufen: 1122 Mal) | ||
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Störung des Zuckerstoffwechsels, die durch einen relativen oder absoluten Mangel an Insulin bedingt ist. In Deutschland leiden zur Zeit 6,91% aller Menschen an einer Zuckerkrankheit; davon entfallen 90% auf den Diabetes mellitus Typ 2 (D.m. Typ 2), den so genannten Altersdiabetes. Die Möglichkeiten der modernen Medizin lassen auch viele Diabetiker älter werden, sodass deren Zahl ständig zunimmt. Weltweit sind es jetzt knapp 3 %. Die Ursache des D.m. Typ 1 ist ein Ausfall der Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse, die hauptsächlich Insulin produzieren. Zugrunde liegt wahrscheinlich ein Immunprozess, durch den die insulinproduzierenden Zellen zerstört werden. Das Ergebnis ist ein kompletter Insulinmangel. Dieser muss durch einen Ersatz mit gentechnisch hergestelltem menschlichen Insulin oder durch Insulin vom Rind oder Schwein ausgeglichen werden. Das Insulin wird mehrmals am Tag unter die Haut gespritzt, und zwar in einer Dosis, die an den gemessenen Blutzuckerwert und die aufgenommene Menge an Zucker/ Kohlenhydraten angepasst ist. Bei präziser Stoffwechseleinstellung ist die Komplikationsrate eher gering. Insulin bewirkt normalerweise, dass hauptsächlich Kohlenhydrate/ Zucker, aber auch Eiweissbausteine und Fette in die Muskel-, Fett- und Leberzellen eingeschleust werden. Beim Diabetes Typ 2 ist die Insulinwirkung herabgesetzt. Zum Ausgleich produzieren die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin, um diesen Zustand zu korrigieren, bis sie erschöpft sind. Jetzt läuft der Zucker(Kohlenhydrat-)stoffwechsel aus dem Ruder. Anfangs versucht man, mit Tabletten, die die Empfindlichkeit der Organzellen auf Insulin erhöhen, eine Besserung zu erreichen. Gleichzeitig ist es notwendig, die Stammfettsucht, eine der Ursachen für die Entstehung einer Zuckerkrankheit, zu beseitigen. Gelingt beides nicht, werden Substanzen eingesetzt, die die Inselzellen zu einer noch höheren Insulinproduktion anregen. Schlägt auch das fehl, muss, obwohl schon Insulin im Übermaß produziert wird, zusätzlich Insulin gespritzt werden. Der D.m. Typ 2 ist gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Komplikationen. Besonders ausgeprägt ist die Neigung zur Verengung und zum Verschluss der großen und der ganz kleinen Gefäße. Die Erkrankung der großen Gefäße führt zu Herzmuskelinfarkt, Hirninfarkt = Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine und Arme, die Veränderungen der kleinen Adern lassen die diabetische Retinopathie (Netzhauterkrankung des Auges) mit der Gefahr der Erblindung und die diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung) mit Versagen der Nierenfunktion und Eiweißverlust entstehen. Zusätzlich entsteht oft eine Nervenschädigung mit Verlust der Empfindungsfähigkeit besonders an den Füßen und Unterschenkeln. Es gibt Dialysezentren, in denen 50% der Patienten wegen eines D.m. Typ 2 dialysepflichtig geworden sind. Die einzige Möglichkeit, diese katastrophale Entwicklung aufzuhalten, besteht in einer Lebensstiländerung mit anderen Essgewohnheiten, mehr Bewegung und Aufgabe des Rauchens. Das Letztere verkürzt die Zeit bis zur Dialyse auf die Hälfte. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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