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| Durchblutungsstörungen | ||
| (erstellt am: 13.04.2007 - letzte Änderung:14.04.2007 - aufgerufen: 1917 Mal) | ||
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Am 01.01.07 wurde in Deutschland ein neues Mittel zur Behandlung von Durchblutungsstörungen der Beine, der so genannten Schaufensterkrankheit zugelassen. Es heißt Cilostazol, Handelsname Pletal. Es ist ein Thrombozytenaggregationshemmer, also ein Mittel, welches das Zusammenklumpen von Blutplättchen vermindert. Damit wird die Häufigkeit von Thrombosen in bereits vorgeschädigten Adern reduziert. Eine zweite Wirkung ist eine Gefäßerweiterung und als dritte wird ein vermindertes Wachstum der Innenschicht der Gefäße beschrieben. Bislang sind international Studien mit mehreren Tausend Patienten durchgeführt worden. Eine klare und eindeutige Verbesserung wurde bei der Schaufensterkrankheit (Claudicatio), verursacht durch Durchblutungsstörungen der Beine, festgestellt. Bei einer Dosis von 2 x 100 mg lag die maximale Gehstrecke 50% und die schmerzfreie Gehstrecke 67% höher als vor der Behandlung und im Vergleich mit einem Scheinmedikament (Placebo). Die volle Wirkung tritt nach ca. 4 Wochen ein. Nebenwirkungen Die Nebenwirkungen umfassen hauptsächlich Kopfschmerzen und Veränderungen der Verdauung wie zum Beispiel weicher Stuhl und Durchfall. Wegen der Kopfschmerzen haben 3 bis 4% der Patienten die Therapie abgebrochen. Patienten mit nachgewiesener Herzschwäche sollten Cilostazol nicht bekommen, da ähnliche Stoffe zu einer weiteren Verschlechterung der Herzleistung geführt haben. Weitere wirksame Medikamente Cilostazol wurde auch mit anderen, bislang eingesetzten Therapieformen verglichen. Im Vergleich mit Pentoxifyllin schnitt es besser ab. Pentoxifyllin wird allerdings von den Fachgesellschaften weiterhin empfohlen. Das bislang ebenfalls häufig und mit Erfolg bei Durchblutungsstörungen des Herzen und des Gehirns verschriebene ASS (Aspirin) hat bei der Durchblutungsstörung der Beine nur eine geringe Wirkung. Trotzdem wird es gegeben, weil meistens gleichzeitig ähnliche Gefäßveränderungen des Herzens und des Gehirns bestehen, und bei diesen hat ASS eine gute Wirkung. Eine Alternative zu ASS ist Clopidogrel (Handelsnamen: Iscover und Plavix), welches bei den oben genannten Gefäßveränderungen ebenfalls wirksam ist. Man gibt meistens ASS den Vorzug, weil es weniger kostet. Cilostazol kann mit Clopidogrel oder ASS kombiniert werden, ohne dass eine Blutungsneigung verstärkt wird. Prophylaxe Vor Beginn einer Behandlung mit Medikamenten sollten, soweit möglich, die Ursachen beseitigt werden: das sind der Bluthochdruck, der Diabetes mellitus Typ II, also der so genannte Altersdiabetes, die Fettstoffwechselstörungen und besonders das Rauchen. Training Die Trainingsbehandlung, die mindestens dreimal in der Woche für 45 bis 60 Minuten zum Beispiel auf einem Laufband durchgeführt werden sollte, bringt fast genau soviel wie die Behandlung mit dem neuen Medikament. Das Training sollte, zumindest in den ersten beiden Monaten, überwacht und angeleitet werden. Eine Besserung ist nach dieser Zeit zu erwarten. Wird die Trainingsbehandlung nicht fortgesetzt, tritt erneut eine Verschlechterung ein. Natürlich ist bei motivierten Patienten auch eine selbständig durchgeführte Übungsbehandlung möglich und erfolgreich. Gunther Warnecke, Hamburg | ||
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