| Fehler im Beitrag? Beitrag aktualisieren? | ||
| | ||
| Fälschung von Medikamenten | ||
| (erstellt am: 14.04.2008 - letzte Änderung:14.04.2008 - aufgerufen: 893 Mal) | ||
|
Viele gefälschte Medikamente sind weiterhiun im Umlauf (siehe auch den Beitrag Medikamentenfälschung). Der Zoll auf dem Flughafen Frankfurt hat im Jahre 2007 gefälschte Medikamente im Wert von 8,3 Millionen Euro sichergestellt, im Jahr davor waren es 2,5 Millionen Euro. Es handelte sich überwiegend um Präparate zur Gewichtsverminderung, gegen Haarausfall, gegen Impotenz und zum Muskelaufbau (Anabolika). Viele Pillen sind Nachahmungen von bekannten Originalen, zum Beispiel von Viagra, einem Mittel gegen Impotenz. Die Nachahmungen werden sehr professionell durchgeführt, die Inhaltsstoffe allerdings sind oft entweder überhaupt nicht vorhanden, nicht in der richtigen Dosis enthalten oder durch andere Stoffe mit zum Teil gefährlicher Wirkung ersetzt. Zum Beispiel enthielten auf dem Frankfurter Flughafen sichergestellte, in China hergestellte Diätpillen zwar die deklarierten Kräuter, aber zusätzlich Sibutramin. Dieses eigentlich gegen Depressionen entwickelte Mittel wird jetzt als Medikament gegen Übergewicht eingesetzt und ist mit erheblichen Nebenwirkungen belastet, zum Beispiel Entstehung eines hohen Blutdrucks. Der Firma Sanofi -Aventis ist es gelungen, in China Fälscherlabore schließen zu lassen, die Produkte der Firma nachgeahmt hatten. An der Gesamtsituation ändert das weltweit nichts. Hauptsächlich werden die Fälschungen über das Internet vertrieben und sind damit kaum kontrollierbar. Es hat Vorschläge gegeben, deswegen den gesamten Internethandel mit Medikamenten zu verbieten, also zum Beispiel auch DocMorris, eine Vertriebsapotheke aus Holland, die inzwischen ebenfalls in Deutschland tätig ist. Aber eine solche Maßnahme würde auch die Ehrlichen treffen und für viele Menschen die Medikamente wieder verteuern. Allerdings befinden sich wohl auch schwarze Schafe unter den deutschen Apothekern. Gegen ca. 100 von ihnen wird ermittelt, weil sie im Verdacht stehen, Medikamente zur Behandlung von Krebs billig im Ausland, Asien, Lateinamerika, Osteuropa, eingekauft und bei den Kassen zu deutschen Sätzen abgerechnet zu haben. Diese Art Betrug wird auch dadurch gefördert, dass die Pharmafirmen die gleichen Medikamente im Ausland oft billiger verkaufen als in Deutschland. Die Preisunterschiede sind zum Teil so groß, dass es sich lohnt, diese Präparate ganz legal wieder zu importieren und trotzdem hier noch billiger anzubieten. Eine Umfrage in deutschen Fitnesstudios hat ergeben, dass schon etwa jeder Zehnte Erfahrung mit so genannten Anabolika hatte. Diese auch im Körper vorhandenen Substanzen fördern den Muskelaufbau, haben aber zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Es ist schon fast tragisch, dass ein Stoff, der das männliche Aussehen fördern soll, Impotenz, Hodenverkleinerung und Akne (Pickel) verursacht. Je nach Dosis können sogar schwere Organschäden auftreten, auch Todesfälle sind beschrieben worden. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
|
Quellen: Die Zeit Nr. 13, 19. März 2008, Seite 23 Arzneimittelkursbuch 2005 | ||
Nephro-Glossar Copyright © 2009 Dialyse im Alstertal | ||
| per Email versenden | ||
