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| Feinstaub | ||
| (erstellt am: 04.11.2007 - letzte Änderung:04.11.2007 - aufgerufen: 909 Mal) | ||
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1. Schwedische Studie Im Deutschen Ärzteblatt, Jahrgang 104, Heft 38 vom 21. September wurde über eine Studie von Forschern aus Schottland und Schweden berichtet. Es ging um die Abklärung der Frage, ob an Tagen oder in Gegenden mit hoher Schadstoffbelastung die Zahl der Herzinfarkte erhöht ist. Untersucht wurden 20 Männer, die bei bekannter koronarer Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße) in den vergangenen 6 Monaten einen Herzinfarkt erlitten hatten.Bei den Teilnehmern der Studie wurde ein Belastungs-EKG durchgeführt (eine EKG-Ableitung bei gleichzeitiger Belastung auf einem Fahrrad), dabei durften die Männer nicht an einer Angina pectoris (Herzschmerzen), an einem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), schlecht eingestelltem Hochdruck oder einer sonstigen schweren Organerkrankung leiden. Die Untersuchung wurde in einem Labor der Universität Umeå in Schweden durchgeführt. Während der Fahrradbelastung wurden Dieselmotorabgase in den Untersuchungsraum geleitet. Die Abgase stammten von einem handelsüblichen Volvo-Dieselmotor und wurden mit Frischluft gemischt, um eine Feinstaubbelastung zu erzeugen, wie sie in Städten in Straßennähe üblicherweise erreicht wird. Eine Kontrollgruppe atmete während der Belastung gefilterte Luft ein. Bei der Belastung stieg bei den Teilnehmern beider Gruppen die Zahl der Herzschläge/Minute an. Jedoch war die sogenannte ST-Streckensenkung im EKG, die ein Maß für eine Herzdurchblutungsstörung ist, in der Gruppe mit Feinstaubbelastung deutlich stärker ausgeprägt. Im Blut der Teilnehmer, die Dieselabgase einatmen mussten, war ein Gerinnungsfaktor, der als Medikament zur Behandlung eines Herzinfarktes eingesetzt wird, erkennbar vermindert. Ein Herzinfarkt trat bei keinem Untersuchten auf. Die Forscher sind überzeugt, dass Dieselabgase erheblich schädlicher sind als Abgase von Benzinmotoren, da der Feinstaubgehalt zehn- bis hundertfach höher liegt. Sollte sich herausstellen, so die Untersucher, dass Feinstaubfilter die Gefahr vermindern, könnte das für die öffentliche Gesundheit von großer Bedeutung sein. Fazit: Joggen Sie nicht auf Autostraßen! 2. Langzeitstudie in USA Zu den Ergebnissen der schwedischen Studie passt eine Arbeit aus den USA, über die im Deutschen Ärzteblatt Jahrgang 104, Heft 39 vom 28. September 2007 berichtet wurde. Die Autoren führten eine Langzeitstudie über mehrere Jahre an 65 893 Frauen jenseits der Wechseljahre durch. Die Teilnehmerinnen hatten in den Jahren 1994 bis 1998 nicht an Erkrankungen der Herz-Kreislauforgane gelitten und wurden sechs Jahre nachbeobachtet. Es wurde untersucht, ob bei den Frauen folgende Ereignisse aufgetreten waren: chirurgische Eingriffe an den Herzkranzgefäßen, nicht tödliche Infarkte (Durchblutungsstörungen mit Gewebsuntergang) des Herzens und des Gehirns (Apoplex/ Schlaganfall). Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, ob zwischen Feinstaubbelastung und den o.a. Ereignissen ein Zusammenhang besteht. Bei 1816 Frauen trat eines der oben aufgeführten Ereignisse ein. Ein Anstieg der Feinstaubbelastung um 10 Mikrogramm/ Kubikmeter führte zu einem Anstieg des Risikos, eine Gefäßerkrankung des Herzens oder des Gehirns zu erleiden, von 24 Prozent. Das Risiko eines tödlichen Ausganges einer solchen Erkrankung stieg um 76 Prozent. Beide Prozentangaben beziehen sich auf das relative Risiko. Absolute Zahlen wurden nicht mitgeteilt. 3. Beobachtungen aus Dublin in Irland Eine weitere Mitteilung (aus einer Arbeit über Risikofaktoren für die Entstehung von Herz- und Kreislauferkrankungen) aus der Internetdatenbank UpToDate bezieht sich auf eine Beobachtung aus Dublin/Irland. Nachdem das Heizen mit Kohle untersagt worden war, sank die Luftbelastung mit Qualm aus der Kohleverbrennung um 70 Prozent. In den auf das Verbot folgenden sechs Jahren sank die Rate an Todesfällen infolge Herzinfarkt um über 10 Prozent. Es gibt für diese Beobachtungen noch keine schlüssige Erklärung. Man vermutet, dass die Feinstaubbelastung zu einer Verengung der Schlagadern in den betroffenen Organen führt. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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