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| Fettsucht | ||
| (erstellt am: 16.12.2007 - letzte Änderung:16.12.2007 - aufgerufen: 931 Mal) | ||
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Wir werden zu dick! Wie so häufig beginnen neue Tendenzen in den Vereinigten Staaten. Das betrifft gute wie auch schlechte Entwicklungen. Hier geht es um einen für die Gegenwart und noch mehr für die Zukunft gefährlichen Zustand. Die Menschen in der westlichen Welt werden immer schwerer. Es stand im Deutschen Ärzteblatt vom Dezember 2007: In Washington, der Hauptstadt der USA, gab es den Vorschlag, die Stadt umzubenennen in „Capital of Childhood Obesity“, zu deutsch: „Hauptstadt der fettleibigen Kinder“. Denn der Trend zum Übergewicht, der in ganz Nordamerika festzustellen ist, ist hier am stärksten ausgeprägt. Etwa 25 Prozent, das heißt, jeder Vierte der Zehn- bis Siebzehnjährigen ist übergewichtig. Diese Entwicklung ist besonders in Regionen mit schwächerer wirtschaftlicher Entwicklung festzustellen, und das nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei den Erwachsenen. Hier führt der Bundesstaat Mississippi mit 30 Prozent der erwachsenen Einwohner, die einen Body – Mass – Index (BMI) von 30 und mehr haben. Beispiel: Ein Mann von 1,7 m Größe und 90 kg Gewicht hat einen BMI von etwa 30. Bei einem BMI von mehr als 25 spricht man von Übergewicht, bei einem von mehr als 30 von Fettsucht (Adipositas). Untergewichtig ist man mit einem BMI von weniger als 20. (s.a. Beitrag: Übergewicht, Fettsucht und Nierenerkrankungen). Dieses Übergewicht ist eine Voraussetzung für die Entwicklung einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2). So haben auch in den USA die Bundesstaaten mit dem höchsten Prozentsatz an Übergewichtigen und Fettsüchtigen die meisten Diabetiker. Es sind bereits Bemühungen zu erkennen, diesen Trend zu stoppen. Man muss im frühen Lebensalter anfangen, die Gewohnheiten zu ändern. Deshalb gibt es in fast der Hälfte der Staaten Richtlinien für Lebensmittel in Schulen: Vollwertkost statt Junkfood. Auch zuckerhaltige Getränke mit vielen Kalorien sollen durch Mineralwasser und Sojamilch ersetzt werden. Allerdings erwartet man keine schnelle Änderung des Essverhaltens, da insbesondere die häuslichen Gewohnheiten geändert werden müssen. Betroffen von diesen Problemen sind vorwiegend die unteren Einkommensschichten, hier besonders Menschen hispanischer Abstammung. Die jungen Frauen und Mädchen sind offenbar figurbewusster: Bei ihnen finden sich Übergewicht und Fettsucht nur bei 10 Prozent, bei den gleichaltrigen Jungen leiden aber 16 Prozent unter diesem Problem. Auch Kinder im Alter zwischen 2 und 5 Jahren sind schon zu dick. Nicht nur die hochkalorische Ernährung ist das Problem, auch an Bewegung mangelt es: Im Bundesstaat Mississippi geben 31,6 Prozent der Erwachsenen an, dass sie sich körperlich nicht anstrengen. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Jahrgang 104, Heft 49, 7. Dezember 2007 | ||
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