Frauen und Herzinfarkt
(erstellt am: 09.09.2007 - letzte Änderung:09.09.2007 - aufgerufen: 907 Mal)
Es ist allgemein wenig bekannt, dass bei Frauen im höheren Lebensalter nicht der Brustkrebs, sondern der Herzinfarkt die häufigste Todesursache ist. Solange Frauen einen normalen Hormonhaushalt haben, also bis zum Eintritt der Wechseljahre, sind sie durch die Östrogene weitgehend geschützt. Danach steigt das Risiko, einen Herzmuskelinfarkt zu erleiden, kontinuierlich an.

Noch auffälliger ist die Tatsache, dass das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, bei Frauen signifikant höher ist als bei Männern. Bei diesen liegt es bei 36%, bei den Frauen bei 44%. Der Grund ist nicht, dass bei der weiblichen Bevölkerung der Infarkt erst im höheren Lebensalter auftritt, gerade bei jüngeren Frauen ist das Risiko, an einem Infarkt zu sterben, deutlich höher als bei gleichaltrigen Männern.

Was sind die Gründe?
Viele Menschen, auch Ärzte, gehen von der falschen Annahme aus, dass Frauen selten einen Infarkt erleiden, bei entsprechenden Beschwerden wird also nicht an eine solche Möglichkeit gedacht. Auch die Frauen selbst sind nicht richtig informiert. Dann haben sie oft eine untypische Symptomatik, in ca 20% aller Fälle äußert sich der Infarkt bei ihnen mit dem Auftreten einer Übelkeit. Weitere „Frauensymptome“ sind Schweißausbrüche und Schmerzen zwischen den Schulterblättern.

Die Zeitspanne zwischen dem Auftreten der Beschwerden und der Aufnahme in die Klinik bzw. dem Beginn der Therapie ist äußerst wichtig für den weiteren Verlauf. Eine Stunde mehr oder weniger kann hier entscheidend sein für den Erfolg einer Therapie.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)
Quelle: CARDIOVASC 1/ 2006

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