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| Hämodialyse | ||
| (erstellt am: 07.02.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 1510 Mal) | ||
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Um eine Hämodialyse (kurz: HD) durchführen zu können, muss Blut mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch einen Filter (so genannter Dialysator) gepumpt werden. Früher wurde eine Menge von ca. 200 ml (200 Kubikzentimeter = ca. ein Viertelliter) pro MInute gefördert. Heute werden Hämodialysen mit Pumpmengen von bis zu 500 ml (500 Kubikzentimeter = ein halber Liter) durchgeführt. Blutmengen in dieser Größenordnung sind aus einer normalen Armvene nicht zu gewinnen. In der Anfangszeit der Dialyse hat man chirurgisch eine Armschlagader freigelegt, einen Glaskanüle eingelegt und darüber die notwendige Blutmenge gefördert. In den Körper zurück lief das Blut über eine entsprechend präparierte Armvene. Eine Langzeitdialyse war damit nicht möglich, weil die Adern dabei zerstört wurden. In den 60-er Jahren entwickelten zwei New Yorker Chirurgen eine Methode, die Langzeitdialysen ermöglichte. Sie verbanden in Handgelenknähe eine Vene mit der Pulsader. Deren Blut floss damit nicht mehr in die Hand, sondern über die jetzt stark erweiterte Vene direkt zum Herzen zurück. Nun konnte man mit zwei Nadeln diese Vene punktieren und Blutmengen zwischen 200 und 500 ml pro Minute fördern. Die Hand wird von einer zweiten Schlagader auf der Kleinfingerseite versorgt. Da solche Fisteln auch bei sorgfältiger Pflege manchmal durch Thrombosen verschlossen werden, müssen dann Revisionen mit Entfernung einer Thrombose oder einer Engstelle vorgenommen werden. Ist das nicht mehr möglich, muss man eine neue Fistel anlegen. Soweit Adern vorhanden sind, hat man an beiden Unterarmen, in den Ellenbeugen und am Oberarm viele Möglichkeiten. Zur Not kann man auf den Oberschenkel ausweichen, auch im Bereich der Schlüsselbeingefäße gibt es noch Anschlussmöglichkeiten. Wenn alle eigenen Gefäße "verbraucht" sind, können die Gefäßchirurgen Kunstadern verwenden, die vom Körper gut angenommen werden und oft viele Jahre halten, wenn sie sachgerecht punktiert werden. Wir kennen Patienten, die jetzt bis zu 30 Jahre mit Dialyse behandelt werden. Bei denen kann es vorkommen, dass "nichts mehr geht". Dann bleibt nur noch die Möglichkeit, in eine große Vene, meistens am Hals, einen Katheter zu legen, der ebenfalls viele Monate halten kann. Er verläuft etliche Zentimeter unter der Haut und ist mit einem kleinen Verband auch kosmetisch akzeptabel.Der Nachteil dieser Katheter ist, dass häufiger Infektionen auftreten als bei einer Armfistel und dass in den betroffenen Venen Thrombosen entstehen können. Wenn alle Möglichkeiten, Blut für die Dialyse zu gewinnen, ausgeschöpft sind, gibt es noch zwei weitere Optionen: die Bauchfelldialyse und die Transplantation. Die erstere wird in Deutschland zu wenig genutzt und ist eine sehr gute Alternative, besonders wenn bereits Herz- und Kreislaufprobleme existieren. Eine notfallmäßige Nierentransplantation ist möglich und wird in solchen Fällen durchgeführt, auch dann, wenn aus anderen Gründen eine Hämodialyse nicht mehr möglich ist. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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