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| Hämofiltration | ||
| (erstellt am: 05.03.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 735 Mal) | ||
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Zusammenfassung: Beschreibung des Verfahrens als eine Filtration großer Mengen Blutwasser mit anschließendem Ersatz mittels Salzlösung. Darstellung der Vorteile: Kreislaufstabilität und bessere Mittelmolekülentfernung mit Besserung der urämischen Nervenstörung. Hämofiltration ( Abkürzung: H.) setzt sich zusammen aus griechisch: haima: das Blut und lateinisch Filtration: durchseihen; hängt zusammen mit „Filz“. Bei der H. werden Giftstoffe aus dem Blut herausgefiltert. Bei einer Dialyse werden diese mittels Diffusion aus dem Blut entfernt, d.h., sie wandern von der Seite der hohen Konzentration (Blut) über eine für sie durchlässige Membran auf die Seite der niedrigen Konzentration (Spüllösung). Bei der H. ist die verwendete Membran größerporig und stärker für Wasser durchlässig. Ein großer Teil der Blutflüssigkeit wird durch Unterdruck auf der Wasserseite durch die Membran gefiltert und nimmt die im Blutwasser gelösten Giftstoffe mit. Die Menge des filtrierten Wassers ist von der Blutpumpengeschwindigkeit und dem Hämatokrit abhängig (der Hämatokritwert zeigt die Menge der Zellbestandteile im Blut an). Wenn beispielsweise der Hämatokrit, der Anteil der roten Blutkörperchen, 40 Prozent beträgt, dann enthalten 100 ml (Kubikzentimeter) Blut 40 ml Zellen und 60 ml Wasser. Da fast alle Patienten heute Epo (Erythropoetin) bekommen und einen hohen Hämatokrit haben, ist die Wassermenge, die man in einer Minute entziehen kann, begrenzt. Man kann die Filtrationsmenge steigern, wenn man das Blut schneller durch den Filter pumpt. Da in einer Sitzung 20 bis 30 Liter Blutwasser entfernt werden, muss Flüssigkeit zugeführt werden (der Kreislauf enthält nur ca. drei Liter Wasser). Das Hämofiltrationsgerät bilanziert genau die filtrierte und die zu ersetzende Menge. Die filtrierte Flüssigkeit wird durch eine Lösung ersetzt, die alle notwendigen Salze in gewünschter Konzentration enthält, also eine normale Kochsalzmenge, wenig Kalium, weil ja Kalium entfernt werden muss und Calcium je nach Blutwert des betreffenden Patienten. Chlorid und Magnesium werden im Normbereich gehalten. Die Ersatzflüssigkeit wurde früher in sterilen Beuteln geliefert und war sehr teuer, heute kann sie vom Gerät in reiner Form hergestellt werden (On-line-Produktion). Was ist der Vorteil der Hämofiltration? Im Gegensatz zur Diffusion bei der Hämodialyse werden bei einer Filtration der Blutflüssigkeit größere Giftstoffe (so genannte Mittelmoleküle) effektiver eliminiert. Eine durch solche Stoffe verursachte Nervenstörung (Neuropathie) kann sich bei längerem Einsatz des Verfahrens bessern. Ein weiterer Vorteil ist die Kreislaufstabilität, es kommt beim Wasserentzug seltener zu Blutdruckabfällen als bei der Hämodialyse. Der Nachteil ist die schlechtere Entfernung von kleinen Giftstoffen wie Harnstoff und Kreatinin. Die H. wird heute kaum noch angewendet, da inzwischen eine Methode entwickelt wurde, die die Vorteile der Hämofiltration und Hämodialyse vereinigt: die Hämodiafiltration. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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