Herz- und Kreislauferkrankungen
(erstellt am: 15.04.2008 - letzte Änderung:15.04.2008 - aufgerufen: 1093 Mal)
Schutz vor Herz- und Kreislauferkrankungen
Um sich vor Krankheiten des Herzens und des Kreislaufs zu schützen, gibt es viele Möglichkeiten:
  • Verzicht auf das Rauchen,
  • Normalisierung des Körpergewichts,
  • vollständiger oder teilweiser Verzicht auf tierische Fette,
  • ausreichend Bewegung,
  • gute Einstellung einer Zuckerkrankheit und
  • Senkung der Blutfette, gute Blutdruckeinstellung.
Es gibt Medikamente, die solche Bemühungen unterstützen. Eines davon ist Ramipril, es gehört in die Gruppe der so genannten ACE-Hemmer (siehe dort) und wird benutzt, um der Blutdruck zu senken. Außerdem ist es in der Lage, einen kranken Herzmuskel zu kräftigen.

In mehreren Studien wurde beobachtet, dass ACE-Hemmer das erneute Auftreten von Herz- und Kreislauferkrankungen vermindern können. Zudem haben sie einen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Nierenschwäche mit Eiweißverlust bei Menschen mit einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Eine sehr ähnliche Wirkung wie die ACE-Hemmer haben die Angiotensin Rezeptor-Blocker (siehe Angiotensin).

Es gibt jetzt eine Studie – ONTARGET –, welche die Wirkung des ACE-Hemmers Ramipril mit der des Angiotensin –Rezeptor –Blockers Telmisartan vergleicht. In dieser Studie wurden 25.620 Patienten untersucht, die Beobachtungszeit betrug bis zu 6 Jahre. Die Teilnehmer waren mindestens 55 Jahre alt, mittleres Alter 66 Jahre, sie hatten ein hohes Risiko für Herz – und Kreislauferkrankungen, also für Durchblutungsstörungen des Herzens, des Gehirns und der Beine sowie für eine Zuckerkrankheit mit bereits bestehenden Gefäßveränderungen. Die Zahl der Herzmuskelinfarkte, der Schlaganfälle, der schweren Herzmuskelschwäche und die Todesrate waren in der Ramipril – und in der Telmisartangruppe gleich. Eine Kombination beider Substanzen brachte keine weitere Besserung. Die o.g. Erkrankungen wurden in beiden Gruppen um ca. 17 Prozent reduziert.

Nebenwirkungen wie Reizhusten und Ödembildung traten bei Telmisartan seltener auf als bei Ramipril (1,1 gegen 4,2 und 0,1 gegen 0,3 Prozent). Unter der Behandlung mit Telmisartan gab es häufiger zu niedrige Blutdrücke (2,6 gegen 1,7 Prozent). Allerdings ist Telmisartan (Kinzalmono, Micardis) mehr als doppelt so teuer wie Ramipril (Stand April 2008).

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

Quellen: Deutsches Ärzteblatt, Jahrgang 105, Heft 15, April 2008
UpToDate
Rote Liste 2006/ 2007
Arzneimittelkursbuch 2005

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