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| Knorpelkur | ||
| (erstellt am: 21.01.2008 - letzte Änderung:21.01.2008 - aufgerufen: 1356 Mal) | ||
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Ist eine "Knorpelkur" wirksam? Zur Behandlung von Arthrose („Gelenkabnutzung“) werden Nahrungsergänzungsmittel verkauft, die Bestandteile des Knorpels enthalten, meistens das „Chondroitin“, das aus Tierknorpel gewonnen wird.. Eine dreimonatige Behandlung mit einem solchen Mitteln kostet 30 bis 80 Euro. Lohnt sich diese Investition? Arthrose im Hüft- und Kniegelenk mit Verminderung der Knorpelsubstanz und zum Teil schwerer Gelenkverformung, die mit schweren, chronischen Schmerzen einhergehen kann, ist im höheren Lebensalter ein sehr häufig auftretendes Problem. Oft müssen Schmerzmittel oder so genannte Antirheumatika eingenommen werden, die zwar den Schmerz für eine gewisse Zeit lindern, aber das Problem nicht lösen und auch nicht unerhebliche Nebenwirkungen aufweisen. Mit der Einnahme von Knorpelsubstanz versucht man zu erreichen, dass durch das erhöhte Angebot der Knorpelsubstanz Chondroitin in den geschädigten Gelenken wieder mehr Knorpel aufgebaut wird. Im Deutschen Ärzteblatt stand: Um die Frage der umstrittenen Wirksamkeit dieser Nahrungsergänzungsmittel zu klären, haben Forscher aus Bern, Bristol und Göttingen eine Metaanalyse (s.d.) durchgeführt. Es wurden ursprünglich 20 Studien mit insgesamt 3.846 Patienten in die Untersuchung aufgenommen. Nach einer strenger Prüfung blieben drei sauber durchführte Untersuchungen übrig, die noch 40% der Patienten umfassten. Ergebnis: Die Untersucher kamen nach sorgfältiger Auswertung der Daten zu dem Schluss, dass eine Behandlung mit Chondroitin sich auf die Gelenkschmerzen nur minimal oder überhaupt nicht positiv auswirkt. Diese Schlussfolgerung ist nicht so erstaunlich, wenn man bedenkt, dass eine Arthrose immer eine Erkrankung nicht nur des Gelenkknorpels, sondern des ganzen Gelenks mit Beteiligung von Knochen und Bändern ist. Aufgrund der Molekülgröße gelangen höchstens 15% der Substanz in die Blutbahn. Es traten nur wenige Nebenwirkungen auf. Abschließend wird im Deutschen Ärzteblatt vermerkt, dass offen bleiben muss, ob Chondroitin bei schwach ausgeprägten Arthrosen im Anfangsstadium wirksam ist. Anmerkung: Menschen, die Blutungsprobleme hatten oder haben, wird empfohlen, chondroitinhaltige Nahrungsergänzungsmittel mit Vorsicht anzuwenden. Das gilt auch für diejenigen, die gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar, ASS, Antirheumatika, Clopidogrel oder Ticlopidin einnehmen. Es wird empfohlen, die o.g. Nahrungsergänzungsmittel 2 Wochen vor einer Operation oder einem Eingriff an den Zähnen abzusetzen. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Quelle: Annals of Internal Medicine 2007; 146:580 – 90, Reichenbach ST et al., Chondroitin for Osteoarthritis of the Knee or Hip (www.annals.org), Deutsches Ärzteblatt Kg. 105, Heft 3, 18. Januar 2008, UpToDate, Lexi-Comp, Inc | ||
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