Kochsalz
(erstellt am: 21.03.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 1017 Mal)
Salz im engeren Sinne ist Kochsalz, Natriumchlorid, NaCl. Es ist immer sehr eng mit dem Wasserhaushalt verbunden.

Wasser- und Salzverlust
Wenn durch Schwitzen, Erbrechen, Durchfall oder Einnahme von Diuretika (salzausscheidende Medikamente) Wasser und Kochsalz verloren gehen und durch zu geringe Flüssigkeitsaufnahme der Körper austrocknet, wird sofort von der Hirnanhangdrüse ein Hormon ausgeschüttet, welches die Wasserausscheidung über die Niere bremst. Die Nebennierenrinde schüttet ein Hormon aus, welches Kochsalz in der Niere zurückhält: Aldosteron = hält Wasser und Kochsalz zurück, erhöht den Blutdruck, scheidet Kalium aus. Gleichzeitig wird über Sensoren im Gehirn ein kräftiges Durstgefühl erzeugt. Durch diese Gegenregulation wird im besten Falle schwere Krankheit oder sogar der Tod vermieden.

Wasserverlust
Wenn nur Wasser verloren geht, über verstärktes Schwitzen oder zu heftiges Atmen, wird mittels Hormonproduktion der Hirnanhangsdrüse die Wasserausscheidung allein heruntergefahren: Ausschüttung von ADH = Hormon gegen Wasserausscheidung.

Salzverlust
Bei chronischen Nierenerkrankungen und bei Einnahme von Diuretika, das sind wasserausschwemmende Medikamente, kann ein Kochsalzmangel ohne Wassermangel auftreten. Folgen sind: Blutdruckabfall, schlechtere Nierenleistung. Die Behandlung besteht meistens in einer Beseitigung der Ursache. Die Körper reguliert, indem er den Durst vermindert und Hormone produziert, die Kochsalz zurückhalten.

Salzüberschuss
Geschieht mit einer zu starken Wasseraufnahme ohne Salz das Gegenteil, kann der Körper mit einer reinen Wasserausscheidung wieder ein Gleichgewicht herstellen.

Überwässerung mit Salzüberschuss
Droht eine Überladung mit Wasser und Kochsalz, führt ein im Herzen produziertes Hormon zur vermehrten Ausscheidung und damit zur Normalisierung.

Diät
Unsere Körper kann mit sehr unterschiedlichen Salzmengen umgehen: Europäer kommen mit ca. 4 bis 5 Gramm/ Tag aus, den Yanomamiindianern in Südamerika reichen 2 Gramm, Japaner essen 10 Gramm/ Tag. Bei Krankheiten mit Überwässerung wie Herzinsuffizienz oder fortgeschrittene Funktionseinschränkung der Nieren rät man zur Kochsalzbeschränkung. Allerdings nur, wenn nicht gleichzeitig wasserausschwemmende Mittel gegeben werden.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

Nephro-Glossar
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