Kreatinin (Creatinin)
(erstellt am: 22.04.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 910 Mal)
Kreatinin ist ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das aus Kreatin entsteht. Beide Wörter kommen aus dem Griechischen: kreas – Fleisch. Kreatin wird in der Leber gebildet und fast vollständig im Muskel abgelagert, wo es im Energiestoffwechsel unentbehrlich ist. Kreatinin kann nicht weiter abgebaut werden und muss daher, wie viele andere Urämietoxine auch, über die Niere ausgeschieden werden.

Bei einem bestimmten Menschen sind die Bildung des Kreatinins und seine Ausscheidung ziemlich konstant. Deshalb schwankt der Wert, der im Serum (Blutwasser) bestimmt wird, nur um etwa 10 Prozent. Er hängt von der Muskelmasse und der Aktivität der Muskeln ab. Somit haben Männer etwas höhere Werte als Frauen, Kinder niedrigere Werte als Erwachsene. Da die Muskeln, wie viele andere Gewebe, mit zunehmendem Alter abgebaut werden, sinkt die Kreatininproduktion, wenn wir älter werden. Der Wert im Blut sinkt trotzdem nicht ab, weil bei den meisten Menschen im Alter die Nierenfunktion ebenfalls geringer wird.

Der Wert liegt bei Männern zwischen 0,55 und 1,10 mg% (49 und 97 µmol/l) und bei Frauen zwischen 0,47 und 0,9 mg% (42 und 80 µmol/l) (Angaben in MilligrammProzent und Mikromol/Liter in Klammern). Je nach Labormethode können auch andere Werte angegeben werden. Weil die Kreatininproduktion so konstant ist und das Kreatinin fast ausschließlich über die Nieren (glomeruläre Filtration) ausgeschieden wird, eignet es sich gut zur Bestimmung der Nierenfunktion.

Es gibt allerdings einige Einschränkungen: um größerer Schwankungen auszuschließen, sollte die Bestimmung bei Abweichungen zweimal durchgeführt werden. Starke Änderungen der normalen Tagesaktivität wie zum Beispiel Bodybuilding, Marathonlauf oder Bettlägerigkeit können die Werte verfälschen. Eine gewissen Sicherung in der Einschätzug des Kreatininwertes erlaubt die gleichzeitige Bestimmung zweier weiterer ebenfalls nierenpflichtiger Substanzen: Harnstoff und Harnsäure. Beide werden allerdings stark von der Ernährung beeinflußt. Akute Nierenfunktionsstörungen werden erst nach bis zu 60 Stunden am Kreatininwert sichtbar.

Eine Einschränkung der Nierenleistung um bis zu 50 Prozent kann ohne Anstieg des Kreatininwertes einhergehen. Um ein genaueres Bild von der Funktion der Nieren zu bekommen, wird die Clearance von Kreatinin (s.d.) bestimmt.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

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