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| Krebsvorsorge | ||
| (erstellt am: 30.04.2009 - letzte Änderung:30.04.2009 - aufgerufen: 676 Mal) | ||
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Nicht erst jetzt wird heftig darüber gestritten, ob Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind, um eine Krebserkrankung so früh zu entdecken, dass sie rechtzeitig und wirkungsvoll behandelt werden kann. Im Spiegel Nr. 17 wurde ausführlich dargestellt, wie schwierig es ist, die Sinnhaftigkeit solcher Untersuchungen zu belegen. Die Meinungen hierzu sind sehr widersprüchlich. Und leider gibt es für fast jede vorgefasste Meinung eine passende Studie. Im „Deutsche Ärzteblatt“wurde mitgeteilt, dass das renommierte Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg eine Untersuchung zur Auswirkung der vorbeugenden Darmspiegelung vorgelegt hat. Seit 2002 wir diese im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms allen Männern und Frauen ab 55 Jahren angeboten. Die Forscher aus Heidelberg kommen zu dem Schluss, dass sich durch die Untersuchung im Zeitraum von 2003 bis 2010 etwa 15.000 Carcinome verhindern lassen. Grundlage der Berechnung waren 1,8 Millionen bisher durchgeführte Darmspiegelungen und die Zahl der dabei entfernten Adenome. Ein Adenom ist eigentlich ein gutartiger Tumor, aus dem sich aber ein Krebs entwickeln kann. Je nach Altersgruppe erwarten die Untersucher einen Rückgang der Darmkrebserkrankung um 13 bis 15 Prozent. Die Skeptiker und Gegner der vorbeugenden Darmuntersuchung betonen, dass auch die Darmspiegelung ihre Risiken hat. Es können nach Abtrennung von Polypen Blutungen auftreten, es kommt in seltenen Fällen auch vor, dass ein Arzt mit dem Koloskop (so heißt das Gerät, mit dem untersucht wird, es besteht aus einer biegsamen Glasfaseroptik mit einer Kamera) die Darmwand durchstößt. Beide Komplikationen sind sehr gefährlich und erfordern eine sofortige Operation. Auch die Vorbereitung mit vollkommener Säuberung des Darmes, bei der man große Flüssigkeitsmengen zu sich nehmen muss und nicht mehr normal essen darf, kann für ältere und herzkranke Patienten riskant sein. Die abschließende Auswertung im nächsten Jahr, bei der hoffentlich Vor- und Nachteile gegenübergestellt werden, wird Klarheit bringen. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Jahrgang 106, Heft 15, 10. April 2009 | ||
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