LC-Dialyse
(erstellt am: 17.08.2007 - letzte Änderung:23.08.2007 - aufgerufen: 1403 Mal)
LC = Limited-Care-Dialyse (Zentralisierte Heimdialyse)


Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Organisationsformen zur Durchführung einer Nierenersatztherapie. Grundsätzlich unterscheidet man, was die Technik der Behandlung angeht, zwischen einer Bauchfelldialyse und einer „Blutwäsche“, einer Hämodialyse. Eine Bauchfell- oder Peritonealdialyse kann man unterschiedlich organisieren. Die häufigste Form ist die CAPD, die sogenannte Beuteldialyse. Seit einigen Jahren hat die Durchführung der nächtlichen Bauchfelldialyse mit einem „Cycler“, einer kleinen Maschine, welche das Ein- und Auslaufen der Dialyseflüssigkeit regelt, erheblich zugenommen. Man nennt dieses Verfahren NIPD = nächtliche, intermittierende Peritonealdialyse, es gehört in die Gruppe der APD = automatisierten Peritonealdialyse. Dies Verfahren wird in Form einer Selbstbehandlung zu Hause vorgenommen.

Ist eine Selbstbehandlung nicht möglich, kann der Patient drei- oder viermal pro Woche für 8 bis 12 Stunden in ein Zentrum kommen und dort behandelt werden, das ist die älteste Form der Bauchfelldialyse, sie wird nur noch selten angewandt.

Die Hämodialyse stand vor dreißig Jahren anfangs nur im Krankenhaus, später auch in Dialysezentren zur Verfügung. Gleichzeitig war die Zahl der Dialyseplätze begrenzt. Um den Patienten mit Nierenversagen eine Behandlung nicht verweigern zu müssen, wurde die Selbstbehandlung als Heimdialyse eingeführt.

Die betroffenen Frauen und Männer wurden in speziellen Zentren sorgfältig trainiert, anfangs allein, später mit ihren Partnern und dann mit einer eigenen Maschine nach Hause entlassen. Es gab regelmäßige, häufige medizinische und technische Kontrollen. Diese Behandlungsform war für die betroffenen Familien zwar auch eine Belastung, bot aber viele Vorteile: bessere Organisation der beruflichen Tätigkeit, kein Zeitaufwand für Fahrten zum und vom Dialysezentrum, die Vertrautheit der eigenen Wohnung, stabileres Selbstbewusstsein durch Behandlung der eigenen Erkrankung.

Um auch Patientinnen und Patienten ohne Familie oder Partner eine Selbstbehandlung zu ermöglichen, wurden so genannte Limited-Care-Zentren eingerichtet. Das sind Dialyseeinheiten für Selbstbehandler ohne Partner. Bei der Durchführung der Dialysen werden sie von Schwestern und Pflegern sowie Helferinnen und Helfern unterstützt. Ein Arzt ist zwar jederzeit erreichbar, aber nicht ständig anwesend. Auch hier wurde die Hauptarbeit, das Vorbereiten der Maschine, die Einstellung der Dialysewerte und die Punktion vom Patienten selbst bewältigt.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Bild gewandelt. Die meisten Heimdialysepatienten sind transplantiert, in der häuslichen Dialyse behandeln sich in Deutschland nur noch knapp 1% aller Menschen mit endgültigem Nierenversagen. In der Limited-Care-Dialyse sind es immerhin noch fast 10 %. Allerdings handelt es sich dabei häufig um jüngere Dialysepatienten ohne Komplikationen, die somit ohne ärztliche Anwesenheit behandelt werden können. Sie kommen oft nach der Arbeit ins Dialysezentrum und dialysieren spät oder nachts (s.a Nachtdialyse). Sie werden aber wie Zentrumsdialysepatienten von Schwestern und Pflegern angeschlossen und sind eigentlich keine Selbstbehandler mehr.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

Nephro-Glossar
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