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| Lipidsenkung bei Diabetikern | ||
| (erstellt am: 23.02.2008 - letzte Änderung:24.02.2008 - aufgerufen: 904 Mal) | ||
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Wirksamkeit der Lipidsenkung bei Diabetikern Man schätzt, dass ca. 170 Millionen Menschen weltweit an der Zuckerkrankheit leiden. Wahrscheinlich wird sich diese Zahl bis 2030 verdoppeln. Im Wesentlichen handelt es sich um den Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Typ 2, man nannte diesen Typ früher Altersdiabetes. Bei beiden Formen des Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) ist das Risiko hoch, dass eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) entsteht. Daher muss man Möglichkeiten finden, wie man schwere Gefäßveränderungen, die zu Herzmuskelinfarkt und Schlaganfall führen, vermeiden kann. In der renommierten englischen medizinischen Zeitschrift „Lancet“ wird über eine Metaanalyse berichtet. Eine Metaanalyse ist eine Zusammenfassung vieler kleinerer Studien mit gleicher oder sehr ähnlicher Zielsetzung. Auf diese Weise bekommt man große Teilnehmerzahlen zusammen und mehr Sicherheit für die statistischen Aussagen. Hier wurden 14 Studien zusammengefasst, die die Frage beantworten sollten, wie sich eine fettsenkende Behandlung bei Diabetikern im Verlauf mehrerer Jahre auswirkt. Die Zahl der untersuchten Zuckerkranken lag bei 18.686. Sie wurden verglichen mit 71.370 Personen ohne Diabetes. Das Ziel war, herauszufinden, ob eine medikamentöse Senkung der Blutfette mit Statinen eine Auswirkung auf Ereignisse wie Herzmuskelinfarkt, Schlaganfall oder die Notwendigkeit von Gefäßeingriffen am Herzen habe. Statine sind die zur Zeit üblichen Medikamente zur Behandlung erhöhter Fettwerte im Blut, Beispiele: Simvastatin, Atorvastatin. Die Dosierung lag im üblichen Bereich. Die Beobachtungszeit betrug 4,3 Jahre. Bei den Menschen mit Diabetes mellitus traten insgesamt 3.247 sogenannte Gefäßereignisse auf, also schwere Gefäßveränderungen mit Organdurchblutungsstörungen. Die Sterblichkeit an Gefäßerkrankungen sank deutlich. Dabei gab es eine direkte Beziehung zwischen dem Ausmaß der Fettsenkung und der Anzahl der tödlichen Gefäßerkrankungen. Je niedriger das LDL, desto weniger Ereignisse traten auf. LDL ist der Teil des Cholesterins, der die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) fördert. Je höher, desto schlechter. Der Normwert für LDL liegt bei 3,86 bis 4,89 mmol/L Es zeigte sich, dass eine Absenkung des LDL um 1 mmol/L, das heißt um etwa ein Viertel, zu einer Verminderung aller Todesfälle in der Gruppe der Diabetiker um 9 Prozent führte. Die Zahl aller tödlichen Ereignisse bei den Teilnehmern ohne Zuckerkrankheit sank um 13 Prozent. Damit konnte also bei allen behandelten Teilnehmern die Sterblichkeit aufgrund von Gefäßveränderungen signifikant gesenkt werden, die Sterblichkeit durch andere Ursachen, wie zum Beispiel Krebs, wurde nicht beeinflusst. Bei den Teilnehmern mit Diabetes gab es auch weniger Todesfälle durch Herzmuskelinfarkte. Die Zahl der nicht tödlichen Herzinfarkte, der Schlaganfälle und die Zahl der Eingriffe an den Herzkranzgefäßen (Balloneingriffe oder Operationen) wurde signifikant gesenkt. Ähnlich waren die Ergebnisse bei den Teilnehmern ohne Zuckerkrankheit. Bemerkenswert ist, daß dieser positive Effekt bei allen Teilnehmern auftrat, unabhängig davon, ob sie einen behandelten Hochdruck hatten, ob sie rauchten oder welchen Typ des Diabetes sie hatten. Auch das Körpergewicht spielte keine Rolle, ebenso nicht das Alter, das Geschlecht und die (geschätzte) Nierenfunktion. Der Ausgangswert des LDL-Cholesterins war nicht von Bedeutung. Auch nicht die Frage, ob die Untersuchten zu Studienbeginn schon Gefäßprobleme hatten oder nicht. In allen Gruppen gab es pro 1 mmol/Liter gesenkten LDL-Wert 20 Prozent weniger Erkrankungen an den größeren Gefäßen. Anders ausgedrückt: bei den mit Statinen behandelten Patienten wurden in 5 Jahren 42 schwere Gefäßereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Koronareingriffe pro 1.000 Teilnehmer vermieden. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass man alle Diabetiker mit einem Risiko für ernste Gefäßerkrankungen mit Statinen (fettsenkenden Substanzen) behandeln sollte. Zur Zeit erhalten 60% der Diabetiker in England Fettsenker. Die Kosten wurden mit 2.500 Pfund für ein gewonnenes Lebensjahr berechnet. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Quelle: The Lancet Vol 371 12. Januar 2008 | ||
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