Lupus erythematodes LE
(erstellt am: 01.09.2007 - letzte Änderung:01.09.2007 - aufgerufen: 1060 Mal)
Kurzfassung: der Lupus erythematodes = LE, die Schmetterlingsflechte. Lupus ist lateinisch und heißt Wolf, erythematodes ist griechisch und heißt rötend (zum Vergleich: Erythem ist die Hautrötung). Es handelt sich also um eine Krankheit, die neben vielen anderen Organen auch die Haut beteiligt und hier eine gerötete Flechte erzeugt, die über den ganzen Körper verteilt sein kann, aber hauptsächlich im Gesicht zu finden ist.

Lupus war ursprünglich ein Ausdruck für „fressende Flechte“, also eine im Gesicht auftretende verstümmelnde Hautkrankheit, unabhängig von der Ursache. Heute bezeichnet man damit nur noch die Hauttuberkulose und die Hautbeteiligung bei der Boeck’schen Erkrankung.

Der LE gehört zu den Autoimmunkrankheiten oder Kollagenosen. Bei einer Autoimmunerkrankung bildet das fehlgeleitete Immunsystem Antikörper gegen körpereigenes Gewebe, daraus entstehen sogenannte Immunkomplexe, die sich in und an körpereigenen Strukturen und Organen, besonders in den Adern, ablagern und zu einer Erkrankung führen. Namengebend war die kutane Form des LE. Kutan heißt zur Haut gehörig, dabei ist hauptsächlich die Haut des Gesichtes in Form einer schmetterlingsförmigen Rötung und Narbenbildung an den der Sonne besonders ausgesetzten Stellen beteiligt. In geringerem Maße kommt es bei dieser Form auch zu einer Gelenkbeteiligung. Bei einer Verbreitung der Hauterkrankung über den ganzen Körper spricht man von Lupus erythematodes disseminatus, disseminatus ist lateinisch und heißt „verstreut, ausgebreitet“.

Wesentlich schwerer verläuft der systemische Lupus erythematodes, der alle Organe befallen kann. Den Nierenspezialisten ist er bekannt als Lupusnephritis. Es kommt zu unterschiedlich starker Ausprägung einer Nierenentzündung mit Einschränkung der Nierenfunktion bis zur Dialysenotwendigkeit. Weitere beteiligte Organe sind das Herz, die Lungen, das Rippenfell, die Gelenke, die Nerven und das Gehirn.

Die Behandlung besteht darin, das fehlgeleitete Immunsystem in die richtige Bahn zu lenken oder zu unterdrücken. Man kann dazu das alte Mittel zur Verhütung und Behandlung der Malaria, das Chloroquin, (Handelsname: Resochin, 1934 bei IG Farben entwickelt) verwenden. Häufiger werden entzündungshemmende Mittel wie Kortison (Cortisol, s.d.) eingesetzt sowie Immunsuppressiva (s.d.). Ein immunsupprimierendes Medikament verändert oder unterdrückt ein falsch funktionierendes Immunsystem (s. d.). Diese Substanzen werden auch benutzt, um die Abstossung eines transplantierten Organs zu verhindern.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

Nephro-Glossar
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