Lymphknoten
(erstellt am: 25.01.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 573 Mal)
Das Lymphsystem, die Lymphknoten und die Lymphbahnen sind für die Aufnahme und Filterung der Lymphe (Gewebswasser) einer Körperregion zuständig.

Die Gewebe des menschlichen Körpers benötigen für ihre Existenz eine ausgeklügelte Logistik. Die "Hauptautobahn" für den Transport lebenswichtiger Güter wie Nahrungsmittel, Sauerstoff, Hormone, Vitamine, Spurenelemente oder Salze sind die Schlagadern, deren Inhalt, das Blut, alle Stoffe in gelöster Form oder an Eiweiße gebunden zu den Organen bringt. Der Rücktransport von Schlacken, alten und abgenutzten Zellen, Eiweißbruckstücken und Kohlendioxid aus dem Zellstoffwechsel wird über die Venen organisiert. Deren Kapazität reicht aber nicht ganz aus, deswegen gibt es für die "Drainage" noch ein zweites Kanalsystem, die Lymphbahnen. Diese beginnen in den Gewebsspalten zwischen den Zellen und Fasern als zarte, sehr dünnwandige, durchscheinende Kanälchen, die sich zu größeren Bahnen vereinigen. Sie sind in allen Körperregionen zu finden. Wir können normalerweise diese Bahnen nicht sehen, da sie eine wässrige Flüssigkeit enthalten.

Sie transportieren einen Teil des über die Haargefäße = Kapillaren in das Gewebe ausgetretenen Blutwassers mit darin enthaltenen Stoffen zurück zum Herzen. Nach Passieren von mehreren Lymphknotenstationen vereinigen sich die Lymphbahnen zu einem Hauptgang, der im oberen Brustraum in eine große Vene einmündet. Wie wichtig Lymphgefäße sind, merken wir erst, wenn sie nicht mehr funktionieren oder zerstört sind. Werden bei der Entfernung eines Brusttumors die Achsellymphknoten ebenflls entnommen, weil sie bereits Absiedlungen des Krebses enthalten, kommt es oft zu einer erheblichen Schwellung, zu einem Ödem des Armes. Mit speziellen Massagen kann man die Schwellung beseitigen.

In den Tropen gibt es Fadenwürmer, die sich in den Lymphbahnen einnisten und groteske Schwellungen der Arme und Beine verursachen können. Ein ähnliches Bild entsteht, wenn schon bei der Geburt die Lymphgefäße nicht richtig angelegt sind.

Wir können die Lymphadern sehen, wenn sie entzündet sind. Bei einer eitrigen Fingerentzündung können die Bakterien durch die Lymphbahn an der Innenseite des Armes bis zu den Achsellymphknoten wandern, man sieht dann einen roten Streifen durch die Haut schimmern. In den Lymphknoten lauern Abwehrzellen auf die Angreifer, um sie zu zerstören. Sind diese stärker und wilder als die Abwehr, können sie über die Einmündung des Hauptlymphganges in die Venen in das Blutadernsystem gelangen und eine Sepsis = so genannte Blutvergiftung verursachen.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

Nephro-Glossar
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