Makrophage
(erstellt am: 18.08.2008 - letzte Änderung:30.09.2008 - aufgerufen: 2144 Mal)
Definition: Ein Makrophage ist eine Fresszelle. Das Wort kommt aus dem Griechischen: makros heißt groß oder lang, phagein heißt fressen.

Herkunft und Funktionsort: Die Zellen stammen aus dem Knochenmark und sind in der Lage, zu phagozytieren, das heißt zu fressen. Sie kommen im Blut und im Gewebe vor.
Man findet sie im Brustfell, im Rippenfell, im Bauchfell, in der Lunge, in den Lymphknoten, in der Milz und in der Leber.

Aussehen: Die Zellen können je nach Funktion und Ort eine unterschiedliche Form annehmen, sie haben einen Durchmesser von 12 bis 30 Mikrometern, ein Mikrometer oder µm entspricht einem Millionstel Meter oder einem Tausendstel Millimeter.

Funktion: Makrophagen können fressen, das heißt sie räumen abgestorbenes Gewebe ab, sie entfernen Partikel wie Eisensalze oder Kohleteilchen. Sie können wandern: sie bewegen sich an den Ort der Entzündung, machen sich über Erreger wie Viren oder Bakterien her und bilden zusammen mit anderen Zellen, Lymphozyten und Leukozyten, das Entzündungs- oder das so genannte Granulationsgewebe. Wie andere Zellen auch, werden die Makrophage. durch chemische „Duftstoffe“ an den Ort der Entzündung gelockt. Sie können Substanzen produzieren, zum Beispiel Interferone, die stark entzündungshemmend wirken (in der Medizin werden sie zur Behandlung der Multiplen Sklerose oder bei Leberentzündungen eingesetzt). Sie sind auch in der Lage, durch Produktion von gerinnungsauflösenden Substanzen in die Blutgerinnung einzugreifen. Sie können andere Abwehrzellen wie Lymphozyten in ihrer Aktivität beeinflussen, bremsend oder aktivierend. Sie sind befähigt, durch Ausscheidung von Enzymen fast jedes Gewebe aufzulösen. Eine ganz starke Waffe sind aggressive Sauerstoffprodukte, mit denen sie Erreger abtöten. Man hat aus den Makrophagen Substanzen isoliert, die Tumore am Wachstum hindern oder Stoffe, die die Narbenbildung fördern.



Man kann beobachten, wie sie Zellen, die Bakterien oder Viren enthalten, auflösen und auffressen, wie sie Viren daran hindern, sich an Zellen festzusetzen oder dafür sorgen, dass neu gebildete Viren aus Zellen nicht freigesetzt werden. Aber auch Tumorzellen werden von den Makrophagen erkannt und durch spezifische Giftstoffe aufgelöst. Leider finden ähnliche Vorgänge auch gegen transplantierte Zellen statt.

Antigene, also Fremdstoffe wie Teile von Erregern, werden von Makrophagen aufgenommen, chemisch umgeformt und dann in passender Form an die Oberfläche gebracht. Hier werden diese Bruchstücke den Lymphozyten präsentiert, damit diese wiederum aktiviert werden und die zu diesem Stoff passenden Antikörper herstellen.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

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