| Fehler im Beitrag? Beitrag aktualisieren? | ||
| | ||
| Medikamentenfälschung | ||
| (erstellt am: 05.12.2007 - letzte Änderung:05.12.2007 - aufgerufen: 935 Mal) | ||
|
Es gibt kaum ein Medikament, welches nicht gefälscht wurde oder wird. 2005 wurden laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) 192.000 Todesfälle gefälschten Arzneimitteln aus China zugeschrieben. In Bangladesch starben etwa 70 Kinder an einer falschen Zusammensetzung eines Saftes gegen Schmerzen und Fieber (Paracetamol). In Argentinien starben schwangere Frauen an gefälschten Eisenpräparaten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die FDA (Food and Drug Administration), die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde, die sich auch um die öffentliche Gesundheit kümmert, gehen davon aus, dass weltweit 10 Prozent aller Medikamente gefälscht sind. 2006 wurden von Zollbehörden 2,7 Millionen gefälschte Medikamente beschlagnahmt, davon stammen 86 Prozent aus China. Dieser Markt hat einen geschätzten Wert von 25 Milliarden Euro. Das Internet ist der Hauptvertriebsweg, im letzten Jahr wurden 2300 Websites mit Arzneimittelangeboten gezählt. Studienhalber wurde bei solchen Internetadressen ein medizinisches Haarwuchsmittel bestellt. Das Medikament wurde zum Teil in offenen Plastiksäckchen, mit und ohne Beipackzettel und ohne Vorlage eines Rezeptes geliefert. Die Laboruntersuchungen zeigten, dass Substanzgehalt und Freisetzungsverhalten der Substanz nicht annähernd gesetzlichen Vorschriften entsprachen. In vier Produkten war kein Wirkstoff enthalten. Äußerlich waren die Proben vom Original nicht zu unterscheiden. Die Pharmaindustrie versucht, durch bessere Kennzeichnung der Produkte die Zahl der Fälschungen zu verkleinern. Wenn man die Konsequenzen bedenkt, die ein gefälschtes Medikament haben kann: von Wirkungslosigkeit bis Tod, ist eine Maximalstrafe von bis zu 3 Jahren Freiheitsentzug vergleichsweise gering. Kommentar: Man kann nur raten, Arzneimittelbestellungen über das Internet über bekannte und geprüfte Adressen zu tätigen. Dazu gehören zugelassene Apotheken. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Quelle: Arzneimittel-, Therapiekritik, 4. Quartal 2004 | ||
Nephro-Glossar Copyright © 2009 Dialyse im Alstertal | ||
| per Email versenden | ||
