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| Osteopathie (renale) | ||
| (erstellt am: 12.02.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 446 Mal) | ||
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Renale Osteopathie ist eine bei Nierenkranken häufig auftretende Störung des Knochenstoffwechsels. Was hat die Niere mit dem Knochen zu tun? Leider sehr viel: Vitamin D ist ein Stoff, ohne den kein normaler Knochen aufgebaut werden kann. Hier muss man an die bei uns fast völlig verschwundene Rachitis erinnern, eine schlimme Verformung der Knochen bei Kindern, die zu wenig der Sonne mit ihren ultravioletten Strahlen ausgesetzt waren, wie zum Beispiel im 19. Jahrhundert in den rußigen Industrierevieren mit schlechten Wohnverhältnissen und unzureichender Ernährung. Mit der Nahrung aufgenommenes Vitamin D wird in der Haut durch Sonnenlicht aktiviert. Das ist die Voraussetzung dafür, dass eine weitere Aktivierung in der Leber stattfinden kann. Aber der letzte, entscheidende Aktivierungsschritt erfolgt in den Nieren. Diese aktive Form des Vitamin D, genannt Calcitriol, bewirkt eine vermehrte Aufnahme von Calcium über die Darmschleimhaut, vermindert die Ausscheidung von Calcium über die Nieren und erhöht damit den Calciumspiegel im Blut. Gleichzeitig wird der Knochenstoffwechsel angeregt. Durch den Vitamin D-Mangel infolge Nierengewebsverlust sinkt der Calciumspiegel ab. Der Körper versucht, diesen lebensbedrohlichen Mangel auszugleichen, indem er die Nebenschilddrüsen aktiviert. Diese produzieren verstärkt Parathormon, welches den Calciumspiegel sehr wirkungsvoll anhebt. Leider holt sich der Organismus dieses Calcium zum großen Teil aus den eigenen Knochen, die somit immer instabiler und dünner werden. Vitamin D-Mangel und Überfunktion der Nebenschilddrüsen (Hyperparathyreoidismus) bewirken also eine schwere Knochenstörung, die renale Osteopathie. Zusätzlich entwickelt sich eine verminderte Ausscheidung von Phosphat mit Anstieg des Blutphosphatspiegels. Da diese Fehlsteuerung schon in einem frühen Stadium der Nierenschwäche einsetzt, ist eine frühzeitige Kontrolle notwendig. Man bestimmt die Spiegel von Ein Vitamin- und Calciummangel kann medikamentös ausgeglichen werden, eine bereits vorhandene Überfunktion der Nebenschilddrüsen lässt sich mit Calcitriol bremsen. Ein zu hohes Phosphat kann man mit Diät und Phosphatbindern, die man zu den Mahlzeiten einnimmt, senken. Sollte die Überfunktion der Nebenschilddrüsen bereits zu weit fortgeschritten sein, hilft nur noch die Entfernung einer oder mehrerer der neben der Schilddrüse am Hals gelegenen sehr kleinen Drüsen. Seit etwa zwei Jahren gibt es auch in Deutschland ein Medikament, Mimpara, mit dem man in vielen Fällen ohne Operation die Nebenschilddrüsenüberfunktion normalisieren kann. Nachteil ist, dass man dieses Medikament immer einnehmen muss und dass es sehr teuer ist. Nach einer Nierentransplantation normalisiert sich meistens der Knochenstoffwechsel ohne weitere Therapie. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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