Phosphat
(erstellt am: 02.02.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 1193 Mal)
Phosphate sind Salzverbindungen mit dem Element Phosphor. Dieses ist für unseren Organismus ein lebenswichtiger Stoff. Einmal ist Phosphor ein Bestandteil der DNA und der RNA, also der Erbsubstanz und eines wichtigen Überträgereiweißes in der Zelle. Zum zweiten ist es ein unverzichtbarer Bestandteil für die Energiegewinnung der Zelle. Und drittens wäre eine Knochen- und Zahnbildung ohne Phosphor nicht möglich, allerdings in Form einer komplizierten Verbindung mit Calcium, Wasserstoff und Sauerstoff.

Calcium und Phosphat stehen in einem sehr genau regulierten Gleichgewicht. Steigt eine Stoffkonzentration an, sinkt die andere und umgekehrt. Da die Niere an dieser Regulation ganz entscheidend beteiligt ist, gerät bei Nierenkranken dieser Stoffwechsel oft erheblich aus den Fugen. Die Selbstregulation funktioniert nicht mehr ausreichend. Somit müssen Betroffene und Ärzte eingreifen. Patienten sollen phosphatarm essen, also bei Fleisch, Fisch, Brot und Milchprodukten aufpassen und zu den Mahlzeiten ihre Phosphatbinder nehmen. Ärzte müssen fortlaufend den Calcium-, Phosphat- und Knochenstoffwechsel kontrollieren und, wenn notwendig, medikamentös eingreifen.

In den letzten Jahren ist dieses Thema sehr aktuell untersucht und diskutiert worden, da es Hinweise gibt, dass die bei Nierenkranken früh und verstärkt auftretende Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) ursächlich mit chronisch zu hohen Spiegeln von Phosphat und Calcium zusammenhängt.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

Nephro-Glossar
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