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| Protonenpumpenhemmer | ||
| (erstellt am: 05.01.2008 - letzte Änderung:05.01.2008 - aufgerufen: 873 Mal) | ||
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Knochenbrüche durch Protonenpumpenhemmer? Im Deutschen Ärzteblatt vom 14. Dezember 2007 stand: Die Behandlung von Magengeschwüren mit Protonenpumpenhemmern hat mehr Nebenwirkungen als bisher bekannt war. Protonenpumpenhemmer (PPI) sind die modernsten und wirksamsten Medikamente zur Behandlung und Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, schwerer Überproduktion von Magensäure und Reflux, d.h. Übertreten des sauren Magensaftes in die Speiseröhre. Zu diesen gehören zum Beispiel Omeprazol, Nexium® (Esomeprazol), Pantozol und Lansoprazol. Die Wirkung dieser Medikamente beruht auf einer starken Hemmung der Säureproduktion der Magenschleimhaut. Eine akute Gastritis (Magenschleimhautentzündung) ist meisten durch Bakterien verursacht und wird mit einer Kombination eines Säurehemmers mit zwei Antibiotika behandelt. Ärzte der Universität von Pennsylvania untersuchten eine Gruppe von 13.556 Patienten mit einer Oberschenkelhalsfraktur. Sie verglichen die Daten dieser Patienten mit denen von 135.386 Kontrollpersonen. Sie ermittelten das Knochenbruchrisiko der Personen, die Protonenpumpenhemmer genommen hatten und derjenigen, die diese Medikamente nicht bekommen hatten. Es stellte sich heraus, dass das Risiko einer Oberschenkelhalsfraktur (Fraktur = Bruch) nach einer einjährigen Behandlung mit den o.g. Medikamenten um 22%, nach 2 Jahren Therapie um 42%, nach 3 Jahren um 54% und nach 4 Jahren um 59% erhöht war. Lag die eingenommene Dosis 1,75-fach über der empfohlenen Menge, stieg das Risiko eines Bruches um den Faktor 2,65. Die Studie besagt, anders ausgedrückt, dass von 336 Menschen, die ein Jahr lang einen Protonenpumpenhemmer einnehmen, einer eine Schenkelhalsfraktur bekommt. Das Problem: Im hohen Lebensalter liegt trotz moderner Behandlung mit einer Nagelung oder einem künstlichen Hüftgelenk die Sterberate bei 25 bis 30%. Es ist nicht klar, woher diese deutliche Zunahme der Knochenbrüche bei den behandelten Menschen kommt. Denkbar wäre eine verminderte Aufnahme von Calcium aus der Nahrung durch die stark herabgesetzte Magensäureproduktion. Vorläufig wird daher von den Untersuchern die niedrigste noch wirksame Dosis der Protonenpumpenhemmer empfohlen, gleichzeitig sollen die Betroffenen vermehrt Calcium in Form von Milch zu sich nehmen. Eine ältere Substanzgruppe zur Verminderung der Säure im Magen sind die H2-Blocker, dazu gehören: Cimetidin, Famotidin, Ranitidin und Nizatidin. In der gleichen Studie wurde ebenfalls der Einfluss dieser Medikamente auf die Frakturrate überprüft; leider war auch bei diesen Säureblockern das Frakturrisiko erhöht, wenn auch nicht so stark wie unter den Protonenpumpenhemmern. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Jahrgang 104, Heft 50, 14. Dezember 2007, Rote Liste,2006 Arzneimittelkursbuch 2005 | ||
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