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| PSA-Test | ||
| (erstellt am: 30.04.2009 - letzte Änderung:30.04.2009 - aufgerufen: 951 Mal) | ||
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Um eine Krebserkrankung der Prostata nachzuweisen oder auszuschließen, gibt es unterschiedliche Methoden: man kann vom Mastdarm aus die Prostata abtasten, man kann eine Ultraschalluntersuchung durchführen und man kann testen, ob der PSA-Wert im Blut erhöht ist. PSA bedeutet prostaspezifisches Antigen, es ist ein sogenannter Tumormarker, die Substanz kommt zwar auch in der gesunden Prostata vor, wird aber bei einer Krebserkrankung der Vorsteherdrüse (Prostata) vermehrt gebildet. Allerdings steigt der Spiegel auch bei der gutartigen Prostatavergrößerung (der Prostatahyperplasie) und bei einer Entzündung der Drüse (Prostatitis). Ebenfalls zu einer Erhöhung führen: Prostatamassage, ausdauerndes Fahrradfahren und Samenerguß. Endgültig wird ein Krebs nachgewiesen durch Gewebsentnahme mittels Punktion und feingewebliche Untersuchung. Seit den 90-er Jahren wird die PSA-Bestimmung als Suchtest benutzt, um bei Männern ab dem 50. Lebensjahr eine Krebserkrankung nachzuweisen oder auszuschließen. Besonders in den USA wird dieser Test benutzt, mehr als 90 Prozent der amerikanischen Urologen lassen die Untersuchung bei sich selbst durchführen. Es gibt mehrere große Studien, die klären sollen, ob eine vorsorgliche Bestimmung des PSA sinnvoll ist. In einer europäischen Untersuchung wurde bei 162.243 Männern 9 Jahre lang regelmäßig der PSA-Wert bestimmt. Es fand sich eine Verminderung der Sterblichkeit an Prostatakrebs um 20%. Das heißt: Es mussten 1.410 Untersuchungen in 9 Jahren durchgeführt werden, um einen Tod durch Krebs zu verhüten. In der Untersuchungsgruppe wurden fast doppelt so viele Krebserkrankungen gefunden wie in der Kontrollgruppe, also 49 Männer, von denen etwa die Hälfte behandelt wurde. Das heißt, sie wurden radikal operiert oder bestrahlt und/ oder mit Hormonen behandelt. Es ist zu bedenken: Eine radikale Prostataoperation hat Nebenwirkungen: Inkontinenz (also die Unfähigkeit, das Wasser zu halten) in bis zu 16%, sexuelle Störungen und Verdauungsprobleme. Man kann auch sagen: 25 Männer wurden wahrscheinlich ohne Notwendigkeit behandelt. Man muss wissen: In Untersuchungen nach dem Tod (Sektion) stellt man fest, dass ein Drittel aller Männer unter 80 Jahren einen Prostatakrebs hat, bei den über 80-Jährigen sind es sogar zwei Drittel. An einem Prostatacarcinom sterben aber nur 2,9% aller Männer. Eine ähnlich große amerikanische Untersuchung kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie die o.g. Europäische, allerdings fand sich hier kein Überlebensvorteil bei den Teilnehmern mit regelmäßiger PSA-Kontrolle. In Deutschland wird zurzeit von den Fachgesellschaften das „Screening“ (vorsorgliche Untersuchung) empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) empfiehlt auf der Basis der o.g. europäischen Untersuchung die Bestimmung des PSA zur Früherkennung. Begründung: 11.000 Männer sterben jährlich in Deutschland an einem Krebs der Vorsteherdrüse, eine Verminderung um 20 Prozent wäre eine bedeutende Verbesserung. In der Zukunft sollte ein Test entwickelt werden, der es erlaubt, die behandlungsbedürftigen Krebsformen von den „harmlosen“ zu unterscheiden. Die beiden oben zitierten Studien werden fortgesetzt. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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Quellen: Deutsches Ärzteblatt , Jahrgang 106, Heft 15, 10. April 2009 UpToDate (www.uptodate.com) | ||
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