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| Rheuma- und Schmerzmittel | ||
| (erstellt am: 13.04.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 900 Mal) | ||
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Im Deutschen Ärzteblatt , Jahrgang 104, Heft 11, wird eine Arbeit aus der renommierten amerikanischen Ärztezeitschrift JAMA zitiert, Thema: Kardiovaskuläres Risiko durch Cyclooxygenasehemmer. Cyclooxygenasehemmer = COX2-Hemmer sind entzündungshemmend und schmerzstillend wirkende Medikamente. Es handelt sich bei dieser Untersuchung um eine Metaanalyse, in der 7086 zu diesem Thema erschienene Publikationen zusammengefaßt und statistisch ausgewertet wurden. Von diesen haben allerdings nur 23 die strengen für diese Untersuchung geltenden Einschlusskriterien erfüllt. Vorausgegangen war, dass zwei Medikamente aus dieser Gruppe bereits wegen Nebenwirkungen auf das Herz- und das Kreislaufsystem vom Markt genommen werden mussten (2004 und 2005). Jetzt stellte sich die Frage, ob die jetzt noch erhältlichen Medikamente mit einer ähnlicher Wirkungsweise, nicht mit einem ähnlichen Risiko belastet sind. Die Autoren kommen zu dem Schluß, dass die Substanzen Diclofenac und Rofecoxib das höchste Risiko bieten, eine Herz- oder Kreislauferkrankung zu erleiden. In einer begleitenden Empfehlung in JAMA wird empfohlen, das Medikament Naproxen zu verwenden, um das Erkrankungsrisiko niedrig zu halten. Dieses ist, wenn man es zum Schutz vor einer Schädigung des Magens mit einem Mittel gegen Geschwürsbildung kombiniert, preiswerter als Celecoxib, welches in einer Dosierung von über 200 mg/ Tag ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Herzkreislaufschädigung bietet. Kommentar Die oben besprochenen Medikamente gehören zu den sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika, die es schon seit vielen Jahren gibt. Sie sind gut wirksam gegen entzündliche Schwellung und gegen Schmerzen. Sie finden Anwendung nicht nur bei rheumatischen Erkrankungen mit Schwellung und Schmerzen der Gelenke, sondern auch bei fast allen anderen Schmerzuständen. Sie sind weltweit die am häufigsten verschriebenen Schmerzmittel. Leider haben sie nicht unerhebliche Nebenwirkungen. Besonders betroffen ist der Magen, wo Schleimhautschädigung bis zur Geschwürsbildung beobachtet wird. Häufig treten Ödeme (Wassereinlagerung) auf, oft auch Verschlechterung eines bestehenden Hochdrucks. Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf das Gefäßsystem. Hier besteht die Gefahr eines Verschlusses, verursacht durch Gefäßverengung und verstärkte Thromboseneigung. Die Patienten erleiden vermehrt Schlaganfälle und Herzinfarkte. Eine Herzmuskelschwäche kann neu auftreten oder sich erheblich verschlechtern. Ob das für die Substanz Celecoxib auch gilt, ist nicht sicher bei einer Dosis von maximal 200 mg pro Tag. Für Menschen mit einer bekannten Nierenfunktionseinschränkung ist zu beachten, dass diese ebenfalls zunehmen kann. Für nierenkranke Menschen ist es wichtig, zu wissen, dass die Kaliumwerte ansteigen können. Dies besonders, wenn gleichzeitig ACE-Hemmer genommen werden. Natürlich werden diese gegen rheumatische Symptome gut wirksamen Stoffe von den meisten Menschen vertragen. Wichtig ist, dass man das Medikament mit dem geringsten Risiko auswählt. Man muss, besonders wenn eine Neigung zu Magengeschwüren bekannt ist oder noch weitere magenschädigende Stoffe genommen werden, wie zum Beispiel ASS = Aspirin, den Magen mit einem säurehemmenden Medikament schützen. Bei Patienten mit bekannter Herz- oder Nierenschwäche ist zu erwägen, ob es ungefährlichere Alternativen gibt. Und man muss nicht jeden Schmerz mit einem Rheumamittel behandeln. Es gibt gute Schmerzmittel, die die oben beschriebenen Nebenwirkungen nicht haben, zum Beispiel Paracetamol oder Tramadol. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Jahrgang 104, Heft 11 | ||
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