Rimonabant / Ergänzung
(erstellt am: 03.06.2008 - letzte Änderung:03.06.2008 - aufgerufen: 658 Mal)
In der medizinischen Zeitschrift Arzneimittel-, Therapie- Kritik erschien ein Bericht zu dem Wirkstoff Rimonabant, Handelsname Acomplia. Die Zeitschrift berichtet über Medizinthemen, insbesondere über Medikamente und über Umweltprobleme, sie ist frei von Inseraten und damit unabhängig. Unter anderem wurden die Anwendungsbeschränkungen, die unerwünschten Wirkungen, die Wechselwirkungen und der Stellenwert des o.g. Medikamentes beschrieben.

Anwendungsbeschränkungen: Es wird von einer Anwendung bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion, in der Schwangerschaft, bei Anfallsleiden (Epilepsie), bei Zustand nach Herzmuskelinfarkt oder Schlaganfall vor weniger als 6 Monaten und bei Jugendlichen unter 18 Jahren abgeraten. Zusätzlich wird empfohlen, Patienten mit einer Depression in der Vorgeschichte, mit einer bestehenden Depression oder solchen, die Mittel gegen Depressionen einnehmen, das Mittel nicht zu verabreichen. Weiterhin sollen Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der Vorgeschichte das Rimonabant nicht einnehmen. Begründung: eine Depressionen verstärkende Wirkung läßt sich nicht ausschließen.

Unerwünschte Wirkungen: In den Studien brachen 15% der Behandelten die Teilnahme wegen unerwünschter Wirkungen ab. Diese waren hauptsächlich Übelkeit und Schwindel. Eine persönliche Erfahrung der Autoren ist, dass diese Nebenwirkungen bei abendlicher Einnahme seltener beobachtet werden. 3% der Teilnehmer brachen die Studie wegen Depression ab, seltener wurden Angstgefühle oder andere psychiatrische Symptome als Ursache des Ausscheidens benannt.

Wechselwirkungen: Die gleichzeitige Einnahme von Antipilzmitteln (z.B. Itraconazol) oder Antibiotika wie Rifampicin verstärkt die Wirkung von Rimonabant. Eine Hemmung der Wirkung kann eintreten bei gleichzeitiger Einnahme von anfallsverhütenden Stoffen (z.B. Phenytoin) oder Johanniskrautextrakten.

Stellenwert: Die Autoren sehen einen Anwendungsbereich bei Patienten mit einem Risiko für Herzkreislauferkrankungen und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Sie sehen einen besonderen Nutzen für die Anwendung bei so genannten Hochrisikopatienten für Erkrankungen des Herzens und der Gefäße, bei denen alle Risikofaktoren konsequent behandelt werden müssen. Eine Einnahme aus kosmetischen Gründen wird von den Autoren abgelehnt.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)
Quelle: Arzneimittel-, Therapie-Kritik, 4. Quartal 2007, Jahrgang 39, Heft 4, 363 bis 365

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