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| Schwangerschaften | ||
| (erstellt am: 23.11.2007 - letzte Änderung:25.11.2007 - aufgerufen: 856 Mal) | ||
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Risiko für Schwangerschaften durch Dialyse und nach einer Transplantation? Vorbemerkung Frauen mit einer Dialysedauerbehandlung können nur selten ein Kind bekommen. Etwa 0,3 bis 1,5 % aller junger dialysepflichtiger Frauen werden in einem Jahr schwanger. Der Schwangerschaftsverlauf ist in solchen Fällen kompliziert. Allerdings hat sich die Situation in den letzten Jahren durch intensivierte Behandlung während der Dialyse verbessert. Etwa die Hälfte der Schwangerschaften wird auch ausgetragen. Ob die Patientin mit Hämodialyse oder Bauchfelldialyse behandelt wird, macht keinen Unterschied. Erreicht wurde die Verbesserung durch die Erhöhung der Dialyseintensität mit Absenkung der Giftwerte im Organismus. Das erfordert die Durchführung von 4 bis 6 oder sogar 7 Dialysen in der Woche. Man muss darauf achten, dass keine Blutdruckabfälle während der Behandlung auftreten, um Durchblutungsstörungen der Gebärmutter und der Plazenta zu vermeiden. Auch ein schlecht eingestellter Bluthochdruck ist ein Risiko für Mutter und Kind. Häufig benötigen die Patientinnen mehr Erythropoietin, um die verstärkte Neigung zur Blutarmut auszugleichen. Eine verstärkte und häufigere Überwachung des Schwangerschaftsverlaufes durch den Frauenarzt ist unbedingt notwendig. Ein besonders schwieriges Kapitel ist die Gewichtskontrolle, da eine schwangerschaftsbedingte Gewichtszunahme von einer durch mangelnde Ausscheidung bedingte oft schwer zu unterscheiden ist. Trotz aller Sorgfalt liegt der durchschnittliche Entbindungszeitpunkt bei 30,5 Wochen. Es ist zu überlegen, ob man bei Frauen, die ein Kind haben möchten, nicht die Transplantation abwartet. Dann verlaufen Schwangerschaften erheblich komplikationsärmer. Allerdings spricht die sehr lange Wartezeit dagegen. Im Deutschen Ärzteblatt, Jahrgang 104, Heft 46 vom 16. November 2007 wird über erhöhtes Auftreten von Kindsmissbildungen bei Schwangerschaften von Frauen mit Organtransplantation berichtet. Daten aus Registern über Schwangerschaften nach Organtransplantation belegen, dass unter einer Immunsuppression (s. d.) mit Mycophenolatmofetil (MMF, Cellcept®) und Sirolimus (Rapamune®) verstärkt Fehlgeburten, Frühgeburten, Fehlbildungen und Entwicklungsverzögerungen auftreten. Unter einer Behandlung mit MMF nach Transplantation kam es bei 15 von 33 Schwangerschaften zu einer Fehlgeburt. Von den 18 lebend geborenen Kindern hatten 4 Fehlbildungen, ein Kind starb nach der Geburt mit mehreren Missbildungen. Es gibt eine Mitteilung der herstellenden Firma: Von 77 Frauen mit Schwangerschaft unter MMF-Behandlung verloren 25 die Frucht durch Fehlgeburt. 14 Kinder wiesen Fehlbildungen auf, davon 6 solche im Kopfbereich. Es wird einschränkend mitgeteilt, dass diese Daten statistisch nicht verwertbar sind, da sie auf freiwilligen Berichten basieren. Es wird weiterhin von einer Schwangerschaft nach einer Organtransplantation nicht abgeraten. MMF (Cellcept®) sollte aber bei geplanter Schwangerschaft vor der Empfängnis und während der Schwangerschaft abgesetzt und durch Azathioprin (Imurek®) ersetzt werden. Gleichzeitig wird empfohlen, die Steroiddosis (z. B. Prednison, Prednisolon) gering zu halten. Es gibt Daten, die bei Verwendung von Sirolimus (Rapamune®) auf ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko hinweisen. Dieses sollte während einer Schwangerschaft ebenfalls nicht gegeben werden, hier kann man auf niedrig dosiertes Cyclosporin (z. B. Sandimmun®) ausweichen. Es gibt Empfehlungen, nach der Geburt wieder auf die ursprüngliche Immunsuppression umzustellen. Kommentar Nach einer Nierentransplantation ist die Möglichkeit, schwanger zu werden, beinahe normal. Im Vergleich zu nierengesunden Frauen gibt es nach Transplantation eine wenig erhöhte Neigung zu Fehlgeburten. Ebenfalls zu beobachten ist eine leichte intrauterine (in der Gebärmutter) Wachstumsverzögerung. In der Hälfte bis zwei Drittel der Schwangerschaften kommt es zur vorzeitigen Entbindung. Es gibt nicht viele Untersuchungen zur Auswirkung einer Schwangerschaft auf die Langzeitfunktion einer transplantierten Niere. In einer Arbeit, die 39 schwangere Frauen mit funktionierendem Nierentransplantat mit einer entsprechenden Anzahl nierentransplantatierter Frauen ohne Schwangerschaft vergleicht, ergibt sich im Verlauf von 15 Jahren kein Unterschied in der Transplantatfunktion. Üblicherweise wird Frauen, die eine Schwangerschaft wünschen, empfohlen, nach einer Lebendtransplantation 1 Jahr und nach einer Leichennierentransplantation zwei Jahre mit einer Schwangerschaft zu warten. Nach dieser Zeitspanne ist die Häufigkeit von Abstoßungen nur noch sehr gering und die Dosis der Immunsuppression deutlich reduziert. Gleichzeitig sollten der Kreatininwert unter 1,5 mg% und die Urineiweißausscheidung unter 500 mg/ Tag liegen. Aber auch Schwangerschaften sechs bis zwölf Monate nach der Transplantation verlaufen meistens erfolgreich. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
| Quellen: Deutsches Ärzteblatt, Jahrgang 104, Heft 46, November 2007, UpToDate | ||
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