Thrombozyten
(erstellt am: 28.02.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 690 Mal)
Zusammenfassung: Beschreibung der Thrombozyten (Blutplättchen) als Teil der menschlichen Blutzellen, sowie ihrer Eigenschaften beim Ablauf der Blutgerinnung. Darstellung ihrer Rolle bei krankhaften Gefäßverschlüssen und deren Vorbeugung.

Das Wort Thrombozyten kommt aus dem Griechischen. Thrombos: der Klumpen, cytos: die Zelle. Damit wollten die Erfinder des Wortes sagen, dass diese Zellen etwas mit der Blutgerinnung zu tun haben. Sie gehören zu dem Teil des Blutes, der aus Zellen besteht,:den weißen und roten Blutkörperchen und eben den Blutplättchen. Sie haben einen Durchmesser von 2 bis 4 Tausendstel Millimeter und sind damit etwa halb so groß wie ein rotes Blutkörperchen. Man findet ca. 170.000 bis 400.000 in einem Kubikmillimeter Blut. Sie entstehen im blutbildenden Knochenmark, also in den platten Knochen wie zum Beispiel Rippen, Brustbein oder Schulterblatt. Ihre Vorläufer sind sehr große Zellen, die Megakaryozyten. Mit 10 Tagen haben sie eine sehr kurze Lebensdauer. Zum Vergleich: rote Blutkörperchen leben fast drei Monate.

Die Aufgabe von Thrombozyten bei einer Verletzung der Gefäßwand ist, diese sofort abzudichten, indem sie sich zusammenklumpen und somit provisorisch das Leck verschließen. Das ist die erste Phase der Blutgerinnung. Dabei werden die Blutplättchen aufgelöst und geben ihre Inhaltsstoffe in das Blut ab, diese aktivieren dann die viel effektivere zweite Phase der Gerinnung, die das Leck wirksam und dauerhaft verschließt.

Aber nicht nur Verletzungen der Adernwand setzen diesen sinnvollen und lebensrettenden Prozess in Gang. Auch Rauhigkeiten der Gefäßwand wie sie bei einer Atherosklerose, also Veränderungen an der Innenwand der Adern, entstehen, können Thrombozyten aktivieren und somit zu einer Verengung oder auch zu einem Verschluss des Gefäßes führen. Die Folgen sind: Herzmuskelinfarkt, Hirninfarkt = Schlaganfall oder akute Durchblutungsstörung eines Beines. Auch fettreiche Mahlzeiten und Rauchen können die Blutplättchen in einen aktivierten Zustand versetzen.
Man verordnet heute gefährdeten Personen, die schon einmal einen Gefäßverschluss erlitten haben, vorbeugend entweder ASS (Acetylsalicylsäure), das ist das gute alte Aspirin, oder Clopidogrel, ein neueres Medikament mit ähnlicher Wirkung, welches aber erheblich teurer ist. Im Gegensatz zu der Devise: viel hilft viel, muss hier ASS niedriger dosiert werden als bei der Schmerzbehandlung. Man gibt üblicherweise zwischen 50 und 300 mg/ Tag. Auch bei dieser Dosis kann es bei empfindlichen Personen zu Blutungen kommen, zum Beispiel aus dem Magen-Darmtrakt.

Immunkrankheiten oder bestimmte Krebsformen, wie zum Beispiel Leukämie, können eine massive Verminderung der Blutplättchen verursachen. In diesem Fall besteht auch ohne Verletzung die Gefahr einer Blutung oder Verblutung. Für die unmittelbare Behandlung stehen Thrombozytenkonserven zur Verfügung, die aber nur wenige Tage wirksam sind.

Literatur:
  1. Bundschuh, Schneeweiß, Bräuer: Lexikon der Immunologie
  2. Silbernagel, Despopoulos: Taschenatlas der Physiologie


Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

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