Tollwut
(erstellt am: 25.01.2007 - letzte Änderung:03.05.2007 - aufgerufen: 521 Mal)
Tollwut = Lyssa = Rabies. Erreger: Lyssa-Virus. Dieser Virus infiziert Fleischfresser wie Hund, Wolf und Fuchs, aber auch zum Beispiel Fledermäuse. Die Übertragung erfolgt durch Beißen, Lecken, Berühren, da der Speichel die Viren enthält. Symptome entstehen durch Einwandern des Virus über die Nervenbahnen bis in das Gehirn. In den ersten Tagen fallen Charakterveränderungen auf, kombiniert mit Fressunlust. Später kommt es zu anfallsweise auftretenden Muskelkrämpfen (Schlingkrämpfen), Abmagerung, Beißneigung und Herumstreichen. Das Endstadium ist gekennzeichnet durch Lähmungen in Kombination mit Krampfanfällen.

Beim infizierten Menschen fällt die lange Inkubationszeit auf, das ist die Zeit zwischen Infektion und Beginn der Erkrankung. Sie beträgt 20 bis 60 Tage (von 12 Tagen bis zu zwei Jahren). Sie bietet die Möglichkeit, nach erfolgter Infektion oder wenn der Verdacht besteht, noch rechtzeiti,g bevor das Virus das Gehirn errreicht, eine Impfung durchzuführen.

Die Symptome sind folgende: Fieber, Kopfschmerzen, Unruhe, Wundschmerzen. Später treten Krämpfe auf in der Schlund-, Atem-, Rumpf- und Extremitätenmuskulatur. Es werden Wutanfälle mit Schlagen und Beißen beschrieben. Charakteristisch ist eine Scheu vor Wasser mit Auslösung von Schlundkrämpfen schon beim Anblick von Wasser.
Im Endstadium werden die Krämpfe durch eine allgemeine Lähmung abgelöst. Eine Therapie gibt es nicht. Eine Heilung ist nur in Einzelfällen nachgewiesen.

In tropischen Regionen sollte man Kontakt mit Hunden, Katzen und Fledermäusen meiden. In Deutschland werden Hunde und Katzen gegen Tollwut geimpft. Füchse, die hauptsächlichen Träger von Tollwutviren, werden mit ausgelegten Ködern erfolgreich geimpft. Hier gibt es zunehmend Probleme, weil immer mehr Füchse in die Städte umsiedeln.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nur zweimal beschrieben worden: einmal durch einen Biss und einmal durch einen Kuss. 2004 gab es in USA einen Fall von Virusübertragung mit transplantierten Organen.
Impfung: die meisten Impfungen werden nach der Infektion durchgeführt. In den USA sind das ca. 40 000 pro Jahr. Man nimmt an, dass etwa die Hälfte nicht notwendig ist. Aber eine Infektion mit Tollwutviren ist nicht beweisbar, der Labornachweis bei einem infizierten Tier dauert zu lange.

Menschen mit einem Infektionsrisiko müssen vorbeugend geimpft werden: Veterinäre, Laborarbeiter, Reisende, die sich in Asien, Afrika, Südamerika und Mexiko aufhalten. Wer sich nicht vorher impfen lassen möchte, sollte sich informieren, ob in der betreffenden Region ein wirksamer Impfstoff in einem Zeitraum von höchstens drei Tagen zur Verfügung steht.
Ergänzend zur aktiven Impfung mit angeschwächten Viren gibt es eine passive Impfung mit Immunglobulinen, also fertigen Antikörpern gegen Tollwutviren.

Gunther Warnecke, Hamburg (Internist)

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