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| Vitaminsupplemente | ||
| (erstellt am: 16.03.2007 - letzte Änderung:01.06.2007 - aufgerufen: 1077 Mal) | ||
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Der Anlass für diesen Beitrag waren im März 2007 Meldungen über die Wirkung von Vitaminen in den Medien: Zweifel an der positiven Wirkung von Vitaminen. Das Deutsche Ärzteblatt vom 09. März 2007 zitiert eine dänische Studie, veröffentlicht im renommierten amerikanischen Ärzteblatt JAMA. Die Autoren haben eine sogenannte Meta-Analyse erstellt; eine Meta-Analyse ist eine statistische Zusammenfassung von kleineren Untersuchungen mit ähnlicher Fragestellung. Man vergrößert mit solchen Zusammenfassungen die Zahl der Studienteilnehmer und erhöht damit die statistische Sicherheit der Aussage. Die dänischen Wissenschaftler haben auf diese Weise 68 Studien mit 232 606 Teilnehmern zusammengebracht. Sie wollten die Frage beantworten, ob die zusätzliche Einnahme von sogenannten Vitaminsupplementen zusätzlich zur normalen Ernährung Vorteile hat. Die Einnahme zusätzlicher Vitamine soll vor Krebsentstehung sowie Herz- und Kreislauferkrankungen schützen. Sie fanden, dass die über den normalen Bedarf hinaus eingenommenen Vitamine das Sterblichkeitsrisiko um 5% erhöhen, das gilt insbesondere für die sogenannten antioxidativen Vitamine A, C und E. Man schätzt, dass 80 bis 160 Mio Menschen in Europa und USA regelmäßig Vitamine in solchen Mengen nehmen, somit sind auch 5% durchaus von Bedeutung. Abgesehen davon, dass eben nicht nur ein Schaden entsteht, ist auch kein Nutzen erkennbar. Kommentar Wenn man sich einzelne Studien ansieht, erkennt man, dass zum Beispiel die Entstehung von Lungentumoren bei Rauchern oder ehemaligen Asbestarbeitern durch Carotin (Vorstufe von Vitamin A) sogar gefördert wurde. Vitamin A wirkt sich bei höherer Dosierung in der Schwangerschaft nachteilig auf die Entwicklung des Kindes aus, es kommt zu mehr Missbildungen. Eine Knochenschädigung ist ebenfalls beschrieben worden. Menschen mit bereits bestehenden Knochenproblemen sollen Vitamin A nicht zusätzlich nehmen. Die Einnahme von Vitamin E in hohen Dosen erhöht generell die Mortalität. Insbesondere Personen, die gerinnungshemmende Mittel einnehmen müssen, sollten eine Vitamin E-Überdosierung meiden, da Blutungskomplikationen entstehen können. Grundsätzlich ist die Gefahr einer Überdosierung bei wasserlöslichen Vitaminen (Folsäure, C und B-Gruppe) eher gering, da eine erhöhte Zufuhr vom Körper durch vermehrte Ausscheidung ausgeglichen wird. Gefährlicher sind die fettlöslichen Vitamine A, D, und E. Hier kann es zu einer schädlichen Ablagerung in den Körperorganen mit Auswirkung auf den Stoffwechse kommenl: bekannt ist eine gefährliche Erhöhung des Calciumspiegels nach Vitamin D-Überdosierung. Wer soll Vitamine einnehmen? Grundsätzlich ist vorauszuschicken, dass eine Ernährung mit fünf oder mehr Obst- oder Gemüsemahlzeiten pro Tag einen Vitaminmangel nicht entstehen lässt. Gleichzeitig reduziert man damit den Verzehr von Fleisch und tierischen Fetten. Ausnahme ist Vitamin B12, welches in Pflanzen nicht enthalten ist. Ein Mangel an Vitamin D bei älteren Menschen oder bei Personen, die sich sehr wenig dem Sonnenlicht aussetzen (können), ist bekannt. Vitamin D entsteht unter UV-Lichteinwirkung in der Haut. Ist ein Mangel laborchemisch festgestellt, sollte man das Vitamin zusätzlich geben. Erstaunlich ist, wie oft auch junge Menschen, besonders im Winter, einen Mangel an Vitamin D ufweisen. Auch ein Mangel an Vitamin B12 ist bei Älteren relativ häufig; hier spielen falsche Ernährung und Abbau der Magenschleimhaut, die für die Aufnahme notwendig ist, eine Rolle. Frauen mit Kinderwunsch sollten 400 bis 800 mg Folsäure/ Tag einnehmen, um Neuralrohrschäden = Schädigung des Gehirns und des Rückenmarks beim Kind zu vermeiden. Das Problem ist, dass Folsäure in einer Phase der Schwangerschaft eingenommen werden sollte, in der diese oft noch gar nicht bekannt ist. Menschen mit Erkrankungen, die einen Vitaminmangel verursachen, sollen Multivitaminpräparate bekommen, die an die jeweilige Erkrankung angepasst sind. Dazu gehören Alkoholiker, Menschen mit Zustand nach Magen- oder Darm(teil)entfernung, mit verminderter Nahrungsaufnahme infolge von Darmerkrankungen, Menschen mit angeborenen Stoffwechselstörungen, Patienten, die künstlich ernährt werden müssen und natürlich Patienten an der Dialyse. Es ist zu beachten, dass nicht jeder aus dieser Gruppe jedes Vitamin braucht, die Auswahl und die Dosierung müssen an das Alter, das Geschlecht und/oder die jeweilige Erkrankung angepasst werden, insbesondere ist eine Überdosierung der fettlöslichen Vitamine zu vermeiden. Bei diesen ist eine Spiegelbestimmung im Blut öfters notwendig. Grundsätzlich sollen die Präparate so viel Vitamin enthalten, wie der Mensch pro Tag braucht. Gunther Warnecke, Hamburg (Internist) | ||
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